Nahrung – der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Roland hat wieder ein inspirierendes Fotoprojekt ausgerufen – zum Thema „Nahrung“:
https://royusch-unterwegs.com/2021/03/01/fotoprojekt-2021-marz-nahrung-alles-was-menschen-essen-und-trinken-um-zu-leben/


Wir haben den 1.März hinter uns, wir dürfen zum Friseur, draußen Sport machen, zur Arbeit, in die Kita und die Schule gehen – aber noch keine Konzerte besuchen, keine Museen … also was bleibt außer Fernsehen kucken, Videospiele und Internet-Veranstaltungen:
Bücher Bücher Bücher.
Oder mit anderen Worten – für mich persönlich sind die Einschränkungen jetzt nicht sooo gravierend.


 

Spinnradl-Hirn von oben …

Nachtgedanken – Naturverschwörung

Kommt schon mal vor, dass ich mitten in der Nacht etwas notieren muss, damit ich wieder einschlafen kann
*** 


Der Mond stand am Himmel und machte die Nacht zum Tag, als ich über eine Meditation nachdachte. Bei dieser lasse ich Gedanken einfach vorbeiziehen, ohne sie zu bewerten. Ich stelle mir vor – ich liege am Waldrand und über mir ziehen die Ideen, Erinnerungen, Zorneswölkchen, Trauerschleier und alles, was mich so bewegt am Himmel entlang. Sollen sie doch. Im Moment kann ich zur Lösung nichts beitragen – also lasse ich sie ziehen.
Der nächste Schritt – ich konzentriere mich auf meinen Körper und auf den Untergrund, auf dem er ruht. Irgendwann beginnen sich die Grenzen aufzulösen, und weil ‚Kaltschaum-Matratze‘ so profan klingt, denke ich an etwas Hübscheres.  Meine Phantasie legt mich auf eine Wiese. Sie darf ruhig ein wenig mit Moos durchzogen sein, weich und grün und von der Sonne getrocknet.
Es duftet nach Blättern, Erde, Holz … es raschelt, knistert, Windhauchen … streicht über meine Haut … mein Körper wärmt das Bett aus Natur, Grenzen lösen sich auf … zerfließen … ich bin alles, bin Mensch, bin Gras und Moos …



Als ich wieder auftauche, kommt mir in den Sinn, dass es doch faszinierend ist, was die Natur so alles kann und wie sich die Lebewesen – allen voran der Mensch – entwickelt haben. Ich staune über die Weisheit der Natur. Vor allem die Geschwindigkeit, mit der die Entwicklung geschah, die Ausdifferenzierungen und all das konnte nur geschehen, weil sie einen Transporteur hatte, der bei der Verteilung der Informationen half – und noch immer mithilft:
Die Viren!
Knapp die Hälfte des menschlichen Erbgutes besteht aus verstümmelten Virengenen, die man heute noch nachweisen kann.
Wer weiß – vielleicht haben sich die Götter der Natur gesagt, der Mensch könnte nun doch etwas in die Schranken gewiesen werden, schicken wir ihm ein anderes Virus. Holen wir ihn zurück in die Reihe und lehren wir ihn Demut.

Es gibt einen Film, der heißt „die Auslöschung“. Dort verwandeln sich in einer seltsamen Region Menschen allmählich in Pflanzen. Wer weiß, wer weiß, ob so etwas möglich wäre? Schließlich ist alles im Wandel, wie ich schon einmal schrieb. Diesmal ein Wandel der besonderen Art.
Na das wär doch eine anständige Verschwörungstheorie: Ein Virus, das uns heimholt ins Reich der Fauna – ‚back to the roots‘ bekommt dann einen ganz besonderen Klang. Schließlich sind wir alle aus denselben Grundstoffen gebaut wie die uns umgebende Pflanzenwelt.


Mittwochsfoto – flach oder nicht flach, keine Frage

Ist sie flach oder doch eine Kugel?
Was Aristoteles ahnte,
berechnete Erastothenes
150 Jahre später.


Manchmal frage ich mich, wie Menschen auf die Idee kommen, dass die Erde eine Scheibe sei. Und wenn das moderne Leben noch so unübersichtlich geworden ist – wie kann man Mathematik und Physik so verbiegen, dass die Erdgestalt zur Platte gepresst wird. Hier versetzt der Glaube tatsächlich Berge und der kleine Mensch versucht mit seltsamen Folgerungen seine Welt wieder übersichtlich zu machen. 
Doch sie wird nie übersichtlich sein – sie war immer dem Wandel unterworfen.


Schon Pythagoras und Platon glaubten, dass die Erde eine Kugel sei. Platons Schüler Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) beobachtete Mond, den Ablauf der Mondfinsternis und schloss vom kreisförmigen Schatten der Erde auf ihre Kugelform. 
Für Erastothenes bildete diese Erkenntnis die Grundlage seiner Berechnungen. Ein Brunnen im heutigen Assuan half ihm auf die Sprünge: nur an einem einzigen Tag im Jahr, an der Sommersonnwende spiegelte sich die Sonne in seiner Tiefe; an allen anderen Tagen lag das Wasser im Schatten. 
Stand die Sonne direkt über dem Brunnen, so warf zur selben Zeit im 900 km entfernten Alexandria ein senkrechter Stab einen Schatten. Mit Hilfe der Geometrie berechnete er aus diesen Angaben den Umfang der Erdkugel – und er lag damit keine 100 km daneben.

Dass im Mittelalter nur an die Flacherde geglaubt wurde, ist übrigens nicht richtig. Sie wurde zwar in der Kunst so dargestellt, die Lehrmeinung war jedoch eine andere.
Selbst Thomas von Aquin (1225 bis 1274) schrieb von der Kugelform der Erde:
Astrologus demonstrat terram esse rotundam per eclipsim solis et lunae
(Der Sternenkundige beweist durch Sonnen- und Mondfinsternis, dass die Erde rund ist)

Royusch Fotochallenge in blau – oder – blue AngryMan

Bei Royusch-unterwegs gibt’s wieder eine schöne Fotochallenge – Thema „Blau“ … meine Lieblingsfarbe.
royusch-unterwegs.com/2021/02/21/projekt-wochentliche-fotochallenge-05/

Inspiriert von seinem Beitrag schwarz/weiß plus hab ich mein Foto vom blue AngryMan and the rest of winter etwas umgearbeitet.

Keramikskulptur, blau glasiert – von Hannah Stegmeyer, B.A.
www.schnabelart.de

Eisfrei – und nein – kein Katzencontent


Nein – ich hab’s doch versprochen – vor ein paar Tagen – kein Katzenbild mehr im Februar; aber bei dieser Aufnahme kann ich nix für …. ist mir einfach so reingelaufen und überhaupt – farblich passt sie einfach perfekt in die Szene.

Vor einer Woche war der kleine Teich vollständig zugefroren. Bis vor zwei Tagen schwamm noch immer eine dicke Eisschicht auf dem Wasser und etwas traurig betrachtete ich die drei Posthornschnecken darunter. Ach je – denk ich mir – jetzt sind sie bestimmt erfroren. Diese dummen Viecher haben es wohl nicht mehr ins Tiefe geschafft.
Und wie der ein oder andere schon gemerkt hat – mich interessiert so ziemlich alles, was mit der Natur zusammenhängt. Dabei darf es ruhig schleimig zugehen. So wie neulich, als ich die Weisheit der Natur pries.
Diese hübsche Planorbarius corneus gehört zu den Wasserlungenschnecken und zur Familie der Tellerschnecken. Und als einzige der europäischen Schneckenarten besitzt sie als Blutfarbstoff Hämoglobin – deshalb kann sie auch im sehr sauerstoffarmen Gewässer überleben.
Aber nun ist’s eine Woche, dass die Lungenschnecken unter der Eisdecke herumlungern, sogar ihre sekundären Kiemen kann ich sehen – das sind zwei kleine, dreieckige Läppchen an den Seiten des Kopfes.

Doch Freitag-Abend

was hab ich mich gefreut

sie bewegen sich!
Noch etwas langsam, aber sie sind unterwegs und raspeln fein säuberlich die Teichfolie ab.

Momentaufnahme – Ruhequellen

Aus dem Hause Aequitas & Veritas kommt mal wieder eine interessante Frage: Was hilft dir, um zur Ruhe zu kommen? 
Das ist für mich nicht so einfach, weil mir alles Mögliche durch den Kopf geht. Am Besten funktioniert bei mir Musik hören, schreiben und vor allem raus gehen – am Besten irgendwohin in den Wald, wo sonst niemand ist. Das kann schon mal blöd sein – so wie im letzten Herbst; aber wie sagt man hier so schön: et hätt noch immer jot jejange …

Die nächste Stufe wäre ganz bei sich sein, wenn mir sogar der Mürbeteig erotisch daher kommt, oder mir eine Passage sozusagen vom Kopf in die Tastatur fließt.

Ich erinnere mich dabei an den Priester aus Rothéneuf, das liegt an der Nordküste der Bretagne in der Nähe von Saint-Malo. Abbé Fouré (1839 – 1910) erlitt im jungen Alter von 30 Jahren einen Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmte. Er zog sich danach als Einsiedler auf die Klippen von Rothéneuf zurück und bis zum Ende seines Lebens schlug er Skulpturen in Form von Dämonen, Fabelwesen und Piraten in den Fels.
Heute sind sie eine beliebte Touristenattraktion.
Zu was für einer Hingabe das menschliche Wesen doch fähig sein kann …

Projekt ABC – C wie Caravan


C wie Caravan. Unser Puck in Norwegen – klein aber fein und wir kommen damit um fast jede Ecke.

Mein Beitrag zum Fotoprojekt von Wortman: Projekt ABC

Ab und zu taucht bei uns die Überlegung auf – doch Wohnmobil? Aber das ist für uns nicht überzeugend. Der kleine Anhänger passt in jede Standard-Garage und wenn man für ein paar Tage oder länger irgendwo bleibt, so ist ein Fahrzeug da, mit dem wir Ausflüge machen können.


Und wir beobachten zunehmend, dass Wohnmobile nicht mehr überall hindürfen, weil es zu viele sind.
Man muss nur aufpassen – das Kleine spürt man beim Fahren nicht … ruckzuck sind’s 130 …

Eines meiner Lieblingsfernwehbilder – die Stabkirche von Røldal.
Mit besonderen Grüßen an Dirk, den Norwegenfotografen (ich kann dich ja verlinken, wenn du magst)

Montagsentdeckung – oder was verbindet Auge und Stress?

Wenn ich an einer Geschichte arbeite, suche ich mir jede Menge Hintergrundwissen zusammen. Es muss nicht unbedingt in der Handlung auftauchen, aber es ist wichtig, um meine Figuren und ihr Tun abzurunden.
Und weil ich manches einfach zu spannend finde, um es in irgendeiner Datei in den Untiefen meines Computers herumdümpeln zu lassen, schreibe ich es einfach hier rein.


Unsere Augen sind nicht einfach Organe, die mit dem Gehirn verbunden sind. Nein – sie sind ein Teil des Gehirns und bilden sich während der Schwangerschaft aus sackartigen Bläschen. Vielleicht so ein kleines bisschen wie unsere Schnecken aus dem letzten Beitrag.

Und damit sind wir mitten im Thema. Was verbindet nun Sehen mit Stress? Befinden wir uns in einer belastenden Situation, so reagiert der Körper, indem er schon mal die Flucht ‚vorbereitet‘. Der Puls steigt, die Atmung geht schneller – und noch etwas passiert: Die Pupillen weiten sich und es verändert sich die Position der Linse – das Sichtfeld wird enger. Damit stellen sich Tiefenschärfe und Fokus auf einen engen Bereich.
Es gehört zu unserem uralten Erbe, das ein Überleben in feindlicher Umgebung ermöglicht. Unsere Augen geben alles, was sie im Blickfeld haben ungefiltert an das zentrale Nervensystem weiter und dieses bewertet die Situation. 
Der Haken an der Sache – in unserer Alltagswelt geht es meist nicht um lebensbedrohliche Situationen; aber unsere Reflexe wissen das nicht – ist das nun der lauernde Säbelzahntiger oder eine anstehende Prüfung, die uns in Angst und Schrecken versetzt. Manchmal genügt eine bloße Erinnerung, um auf Ausnahmemodus zu schalten.

An der Stanford University wird unter anderem das visuelle System erforscht. Dazu gehören jene neuronalen Pfade, die auf sichtbare Bedrohungen reagieren. Das Spannende an der Sache ist – so wie es den ‚verengten‘ Blick gibt, existiert auch ein visueller Modus, der ‚Panoramablick‘ genannt wird. Der Kopf bleibt ruhig und man lässt den Blick in die Ferne schweifen, schaut nicht auf eine Stelle – der Blick weitet sich, bis man die Ränder des Blickfelds sehen kann.
Dieser ‚Panoramablick‘ wirkt sich direkt auf einen Teil des Hirnstamms aus, der für Stressreaktionen zuständig ist. Auf diese Weise lassen sich Unruhe und Stress dämpfen.

In diesem Sinne – schaut aus dem Fenster, lasst den Blick schweifen, weitet ihn, geht ins Freie, und ihr werdet sehen – es wirkt.

Meine Montagsentdeckung ist inspiriert von einem Artikel aus dem Spektrum-Magazin. Wer noch mehr wissen will, mit freundlicher Genehmigung verlinkt:
Man kann Stress ausschalten, indem man die Umwelt anders betrachtet