Hallo Mobilnetz!!!

Flüsschen und Bäche haben sich in ihre Betten zurückgezogen, und mit der abfließenden Brühe sind die Schäden freigelegt.

Wir selbst sind zum Glück nicht betroffen (kein Internet und Trümmer-Mobilfunknetz sind da Pipifax) und helfen Freunden so gut es geht.

Es war eine unwirkliche Situation – mit welcher Geschwindigkeit in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Pegel stiegen. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man‘s nicht selbst erlebt hat.

Da schwollen 70cm-Bäche zu mehrere Meter tiefen, reißenden Strömen an, die alles beiseite schleuderten … zertrümmerten … versenkten, was ihnen im Weg war.

Schlamm und zerstörtes Mobiliar, in Kisten aufbewahrte, aufgeweichte Kindheitserinnerungen stapelten sich auf Gehwegen und sind nun von den Stadtwerken eingesammelt. Jetzt geht’s ans Detail … wo anfangen …

Ich bin ein Mensch, der niemandem etwas Böses wünscht. Aber bei euch Gaffern, die Einsatzkräfte behindern und womöglich noch kackfrech werden – bei euch mache ich eine Ausnahme: ich wünsch euch einen Wasserrohrbruch in der Bude und eine Versicherung, die nicht zahlen will.

Unterwegs – in nassen Zeiten

Ich war unterwegs in den letzten Tagen

eine Besuchsrunde mit meinem Flitze-Troll.


Die Reise war wohl von den Wettergöttern gesegnet – denn es regnete nur am ersten Tag ein wenig und der Rest war angenehm temperiert. 
Zwischendrin spazierten wir durch die schöne Ostalb, die etwas abseits der üblichen Touristengegenden liegt. Auch hier hat der ungewohnt starke Regen die Flüsse und Bäche anschwellen lassen …



Unter dieser hübsch blauen Fläche verbirgt sich ein Stück Fahrradweg; sieht allerdings schlimmer aus, als es ist. Es gibt keine Strömung und nur die Füße werden nass. Einfach nur Schwung nehmen und Beine hoch, das reicht jedoch nicht, es muss schon gestrampelt werden.



Hier nochmal die Schönheit eines Schwemmgebietes, das endlich seinen Namen verdient – denn es wurde genau für solche Wetter-Ereignisse angelegt.

Noch etwas Gutes hat diese herbeigesehnte, nasse Zeit – vielleicht kennt jemand diese fiesen, haarigen Viecher:


Ein Nest der Raupen des Eichen-Prozessionsspinners

Dieser unscheinbare Falter hat sich in den letzten Jahren stark bei uns verbreitet. Wie der Name schon sagt, macht er sich vor allem über Eichen her – frisst sich auch durch Hainbuchen, wenn es sein muss. Die Jungraupen überwintern im Ei und beginnen im Mai ihre Fressattacken. Bis zur Verpuppung durchlaufen sie bis zu sechs Entwicklungsstadien und bewegen sich in Gruppen durch den Baum. Der Kahlfraß ist eines der Probleme – das andere sind die mit Widerhaken versehenen Brennhaare, die diese Raupe ab dem dritten Stadium entwickelt. Sie sind brüchig und werden bei gutem Wetter weit fortgetragen. Die Haare sammeln sich in den Nestern und können sich über Jahre hinweg in der Umgebung anreichern. 
Beim Menschen lösen sie Raupendermatitis aus – es fühlt sich an wie die Reaktionen auf Insektenstiche und kann unbehandelt bis zu zwei Wochen anhalten. Atmet man sie ein, so führen sie zu schmerzhaftem Husten. Die Haare haften mit ihren Widerhaken an Kleidung und Schuhen und können diese Reaktionen jedes Mal neu auslösen. 
Hier hilft also wirklich nur eines: Duschen, Haare waschen und Kleiderwechsel. 
Am Besten man macht einen großen Bogen, wenn man die angefressenen Bäume mit diesen Gespinstbeulen sieht. 
Und was ist nun das Gute an dieser nassen Zeit?
Der Eichen-Prozessionsspinner hat es gerne trocken – und diese letzten Sommer hatten nun mal zu wenig Niederschlag.
Das heißt – diese Starkregenphase setzt ihm ziemlich zu.


Vom Regen abgespültes Nest der Prozessionsspinners


Kleiner Urlaub ist vorbei, und es geht es weiter mit dem Manuskript

der Spannungsbogen will gut durchdacht sein …

Hurra! Geimpft!

Vor ein paar Tagen wurde ich – Hurra! – mit einem mRNA-Impfstoff geimpft. Die Altersgruppen waren frei gegeben worden – also wandte ich mich an meinen Hausarzt. Er hatte bis dahin schon mehr als 600 Leute geimpft, und bei keinem sind schwere Reaktionen aufgetreten.
Bei mir hielt es sich auch in Grenzen. Der Arm fühlte sich ein wenig muskelkaterig an und am zweiten und dritten Tag war ich ziemlich müde.
Es erinnerte mich an die Nachwirkungen einer dieser Studentenfeiern, die sich mehr als zwei Tage hingezogen hatten … man gebe mir eine Couch …


Ist auch irgendwie kein Wunder; denn es ist beeindruckend, was man einem Körper so beibringen kann. Und weil ich faszinierende Vorgänge nicht für mich behalten kann, habe ich mich noch ein wenig eingehender mit meinem GIMP-Zeichenprogramm gespielt:


 

 

Und hier kommen meine über 30 Jahre alten Biologie-Leistungskurs-Grundlagen doch noch wunderbar zur Geltung (wenn das meine Lehrerin wüsste – ihr stünden Tränen in den Augen):

Punkt 1:
Das Virus selbst trägt Stacheln, die ‚Spikes‘ genannt werden. Mit künstlich hergestellter mRNA kopierte man die ‚Baupläne‘ dieser Spikes.
In unserem Körper gibt es jede Menge solcher ‚messenger RNAs‘. Sie sind Pläne für alle möglichen Proteine, und wenn sie ‚abgelesen‘ sind, werden sie wieder abgebaut. Deshalb bleibt von dieser Impf-mRNA spätestens nach ein paar Stunden auch nichts mehr übrig. 
Um die mRNA zu schützen, verpackt man sie in Lipid-Nanopartikel und anschließend wird der Impfstoff in den Muskel gespritzt.
Ein Nachteil solcher Vakzine ist jedoch, dass sie bei niedrigeren Temperaturen aufbewahrt werden müssen.

Punkt 2:
In den Körperzellen wird die mRNA abgelesen und sie beginnen, diese Spikeproteine selbst herzustellen. Der Prozess findet nicht im Zellkern statt – hat also keine Einflüsse auf das Erbgut. 

Punkt 3 und 4:
Die Immunzellen erkennen fremde Eindringlinge und sind alarmiert – sie bilden Antikörper und es wird im Immunsystem eine Erinnerung etabliert – wie lange der Impfschutz wirklich anhält, das wird sich zeigen.

Die Technologie messenger RNA einzusetzen ist schon seit über 20 Jahren bekannt, und es wurden vor allem in der Krebstherapie Studien durchgeführt. Da es sich um ein neues Verfahren handelte, bei dem keine großen Gewinne erwartet wurden, waren Investoren sehr zurückhaltend. Das hat sich ja nun fix geändert.

Ein großer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sich mRNA relativ leicht verändern lässt und somit schnell an Mutationen angepasst werden kann.

Die ganze Sache hat nur einen Haken … ein supertolles Verfahren der Impfherstellung allein hilft uns nicht weiter. Es gibt eine große Impfbereitschaft – theoretisch – die allerdings im schönen Sommergroove ein wenig verloren geht.

 

Deshalb hier mein Appell
… lasst euch impfen …
für euch selbst und für alle.

Ribisel – Nachtrag

Ja liebe Leute, das Spinnradl war fleißig am Nachmittag. Sie war in den Johannisbeeren! Die Sonne lugte immer wieder zwischen den Wolken hervor und ließ Dampf aus nassem Grün emporsteigen. Ja – das war wirklich eine sehr schön schweißtreibende Angelegenheit. 
Danach wurde die reiche Ernte abgespült und zwischen den hübsch roten Beeren waren so kleine, harte, blasse Kügelchen:


Putzige kleine Schnecken! Na die trau’n sich was … auf meinen Johannisbeeren!
Kleines Schneckenragout - äh Haiku

An den Beeren
Schnecke schlotzt
gleich kommt sie in den Dampfkochtopf

 🙈

Drei Stück hab ich davon gefunden … und ich hoffe, es waren wirklich alle …
Sie durften dann wieder zurück auf die Wiese; weil – ich weiß ja nicht genau, was nach meiner irdischen Existenz kommt …
Der Himmel? Dantes Inferno? Ich bin ja eigentlich so eine Art restevangelisches Menschlein; aber das muss ja nichts heißen. Es könnte auch sein, dass die Buddhisten oder ähnliches Recht haben und ich komme nochmal auf die Welt. Und weil ich nicht immer brav war, wird mein Geist womöglich in eine Schnecken geschickt (aber bestimmt in eine Hübsche mit Häusle – so schlimm war ich nu auch wieder nicht). Andere Leute dürfen in ihrem nächsten Leben womöglich als Spinne von Zimmerecke zu Zimmerecke krabbeln … obwohl – wenn ich es recht bedenke – Leute erschrecken würde mir auch Spaß bereiten (solange sie nicht Schuhe auf mir ausklopfen)


 

 

Über drei Liter reinen Saft hab ich aus diesen Beerchen gedampftsaft – ei wer hätte das gedacht – welch eine Freude