Kleine Pause ☯️ 1.0

Alle paar Tage halte ich ein wenig inne und schaue möglichst wenig ins Internet. Dann will mein lebhafter Trollgeist nicht noch mehr Input von außen. Er muss sich wieder ins Gleichgewicht bringen. 
Und weil ich beim letzten, von mir eingestampften Blog festgestellt hatte, dass meine Buchschreibzeiten immer unproduktiver wurden, habe ich mir vorgenommen, rechtzeitig bewusst Pausen einzulegen, um meinen sprunghaften Geist zu beruhigen.

Ich sitze dann an meinem Text und kann meine Gedanken nicht zusammenhalten – kein Fluss kommt zustande und die Geschichte entgleitet mir.

Das sind die zwei Seiten des Bloggens …
Der wertvolle Kontakt mit anderen Menschen, die das, was sie bewegt in Texten und Bildern mitteilen. Und diese vielen wertvollen Beiträge, die in mir Resonanz finden – mich beschäftigen – manchmal eben zuviel.
Ich habe dann zwar jede Menge Ideen – die bringen mich allerdings nicht weiter. Im Gegenteil. Sie wuseln mir vor den Füßen herum und ich muss acht geben, dass ich nicht stolpere.
Aber ich hätte gern beides – Bloggen und an meinen Geschichten schreiben.
Dabei hilft – außer Meditation oder ähnliches:

Raus in die analoge Welt war wieder einmal fällig.

Und genau das habe ich die letzten beiden Tage getan … mich von der analogen Welt einfangen lassen und nicht in den Reader geschaut (ok … einmal nur ganz kurz, weil ich vergessen hab, die Benachrichtigung abzuschalten)

Das war ich nicht  😄 das hing schon dort, als wir vorbei kamen.

Es gibt dann so einiges, was ich tue – Motorrad fahren, im Garten arbeiten, im Haus ausmisten, analog lesen, Musik machen, hören …. und natürlich nix wie raus in die Wälder.

Fotos vom Sonntag – RiesenTikTaks gefunden …
… einfach nur Stille und Stimmung genossen.

Mit dem Motorrad war ich übrigens auch unterwegs. Nach einer Fahrt bei ungefähr 6° bis 3° C  (gefühlt  🥶  )  … war ein heißes  🛀  fällig … ein sehr heißes  🛁  
Finger und Hirn sind seither wieder aufgetaut und mein Trollgeist hat sich beruhigt.

Auf ein Neues im 🕷 🕸

Katzenstunde

Oder – wie ich einer Verschwörung auf die Schliche komme.

Heute Abend war es wieder soweit. Ich hab keine Ahnung, was da los ist und das Witzige ist – Biologen wissen es auch nicht so recht:
Man nennt es „Katzenstunde“.

Die Sonne ist schon hinter dem Horizont verschwunden und die Dämmerung legt ein dunkles Gewand über die Landschaft. Dann schleichen sie in die Gärten und setzen sich dort hin, wo sie alles überblicken können.
Das heißt – sie könnten alles überblicken – tun es aber irgendwie nicht. Jede ist in Sichtweite der anderen und jede starrt ins Leere. Schwarze, rote, braune, gefleckte, gestreifte, gestromte Sitting Bulls starren Löcher ins Universum.
Selbst die größten Feinde, die noch Wunden von der vornächtlichen Rauferei tragen, sitzen ein paar Meter auseinander und machen keinen Mucks.
Ich frag mich dann schon, was die da so im Sinn haben?
Vielleicht betreiben sie ja Telepathie und unterhalten sich darüber, was ihre sinneseingeschränkten Dosenöffner über den Tag hinweg so angestellt haben.
Das kann doch kein Zufall sein …

Möglicherweise sind sie außerirdische Kundschafter, die geschickt wurden, um die Menschen auszuspionieren.
Sie haben sich als kuschelige Mitbewohner verkleidet, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.
Ich habe mich schon oft gefragt, warum sie so … hochnäsig und blasiert … schauen.
Sie sind uns bestimmt hochhaus überlegen. Sie haben einen Plan.
Was sollen die auch anfangen mit so einer unterentwickelten Spezies, die nichts besseres zu tun hat, als sich gegenseitig auszurotten und die Umwelt zu ruinieren. Und wie die aussehen – nur auf dem Kopf ein bisschen Fell – Nacktmulle mit Frisur sozusagen.
Vielleicht haben die Außerirdischen ja auch schon eine Idee, wie sie uns steuern können … womöglich haben sie uns Coron… und Bill Gate…. die Impfung … der Feind in meiner Hütte  🙀

Ich werde beobachten …  👀

Bill? …

Es spinnt – „que fait la mamie ici?“

Corona-Spätsommer in der Normandie hinter einem Campingplatz. Das Virus könnte einem hier beinahe leid tun. Auf dem Platz ist wenig los  und am Meer noch weniger.
Ich höre nur das Meeresrauschen, ab und zu ein paar Möwen, die sich entweder wegschmeißen vor Lachen oder streiten – doch plötzlich – weht von weiter weg eine Kinderstimme herüber:
„Que fait la mamie ici?“
Ich schau auf und ein kleiner Junge wird von seiner Mutter weitergezogen. Sie lächelt ein wenig entschuldigend, der Vater hat nichts gemerkt und die kleine Familie spaziert weiter.
Zu deutsch heißt das (denke ich), „was macht die Mami da?“ 
Ich frag mich noch, warum schaut die Mutter so betreten? Ja – ok – ein wenig seltsam muss es schon aussehen. Muscheln sammeln wäre noch zu verstehen; aber ich bin mit etwas anderem beschäftigt – kuck so rum, betrachte Steine und Tang und irgendwann wird der Strand lebendig. In etwa so:

Bei so etwas werden sie wach – die Spielspinnen in meinem Kopf.
Da liegen so viele Möglichkeiten herum – ich kann mich kaum noch bremsen.
Das-sieht-aus-wie-Spiel ist grenzenlos.

Frisch geschlüpfter Predator?
Nur Glibber? Aber nein …
Koala oder so?

Oder
vielleicht
doch
das
ein
oder
andere
Steinchen?

Es gibt solche Vögel am Strand, die laufen herum, fixieren hier, fixieren da, picken hier, picken da … ungefähr so muss das ausgesehen haben. Eine hin- und herhoppelnde ‚Mamie‘, die ab und zu etwas aufhebt und mit ihrem Smarty den Boden fotografiert. 
Ein seltsamer Anblick – das macht aber nichts. Die Phantasie braucht Futter – und davon ist hier jede Menge.

Irgendwann finde ich übrigens heraus – „mamie“ heißt „Oma“. Ist aber nicht schlimm. Auch optische Omas dürfen im Sand spielen. Alles zu seiner Zeit.

Zwischen den spinnerten Gedanken gibt es aber noch genug Raum für Rationalität.
Corona begleitet die Menschen nicht nur für diesen Sommer. Fürchte ich mich davor?
Nein.
Aber ich will diesen kleinen Baumeistern der Evolution so wenig Chancen wie möglich geben, sich weiter zu vermehren.

Gartenecke – Kapuzinerkresse im November

Es ist wieder soweit – der Herbst spielt sich in meinem Garten. Und er scheint jede Menge Spaß dabei zu haben. Mit kräftigem Pinselstrich bemalt er die Pflanzen in herrlichen Farben und kaum habe ich mich satt gesehen, schickt er ein paar kräftige Windstöße durchs Geäst und es schneit Gold und Rot und Braun.

Aber nicht jeder freut sich über fallendes Laub. Da wird leise fluchend der Gehweg gekehrt, Nachbarn streiten, weil sich das Laub nicht an Grundstücksgrenzen hält. Da wird gesaugt und geblasen, was die Gerätemotoren aus dem Baumarkt nur so hergeben.
Das ist aber auch eine Unverschämtheit von der Natur – schmeißt einfach ihren Abfall überall herum. Manche umgehen das elegant, indem sie ihre Gärten in Steinwüsten verwandeln. Hier und da darf eine einsame Konifere aufragen.
Ab und zu trage ich mich mit dem Gedanken, meine Manteltaschen mit allerley Pflanzensamen zu befüllen und mit einer leichten Handbewegung …  😄   … und hepp … 😚   … aber so etwas tut eine meist nette Frau nicht. Und außerdem – die Natur findet immer Mittel und Wege.

Dabei kann man mit Laub so viel tun. Auf den Beeten verteilen, unter Sträuchern, als Frostschutz oder einfach kompostieren (wird besonders gut in Drahtkörben). Bei mir kommt ein großer Teil unter den alten Birnbaum – dort wo ein paar abgeschnittene Äste angelehnt sind. In einer anderen Ecke verbirgt sich unter altem Holz ein großer, kaputter Blumentopf. Auch dort wird eine Schicht Laub verteilt. Hier befinden sich Behausungen für Igel. Am Abend, kurz nachdem die Sonne untergegangen ist, kann ich sie hören, wie sie schnüffeln und schnaufen.

Aber das mit dem Frost scheint noch eine Weile zu dauern. Meine Kapuzinerkresse wächst nämlich noch immer. Sie will einfach nicht aufgeben. War sie im trockenen Sommer noch zögerlich, so scheint sie sich jetzt auszutoben und wächst kreuz und quer und kriecht über den halben Hof.

Aber ich lass sie machen, schiebe sie nur ein wenig zur Seite, rupfe ab und zu eine der leckeren Blüten ab und dekoriere und verfeinere damit mein Frischkäsebrötchen.

Die Kapuzinerkresse war übrigens Arzneipflanze der Jahres 2013.
(Sie hat jede Menge Vitamin C und ihre medizinische Wirkung ist vor allem den in ihr enthaltenen Senfölglykosiden zurückzuführen. Senföle haben antibakterielle Eigenschaften und können für bestimmte Organismen wie Pilze, Viren und Bakterien schädlich sein, deren Wachstum eindämmen oder sie sogar zerstören. Sie können damit gegen leichte Infekte wirken, beispielsweise der Harn- oder Atemwege).

Wenn das keine gute Kombi ist – schön, lecker und gesund  😊