Es ist wieder soweit – der Herbst spielt sich in meinem Garten. Und er scheint jede Menge Spaß dabei zu haben. Mit kräftigem Pinselstrich bemalt er die Pflanzen in herrlichen Farben und kaum habe ich mich satt gesehen, schickt er ein paar kräftige Windstöße durchs Geäst und es schneit Gold und Rot und Braun.

Aber nicht jeder freut sich über fallendes Laub. Da wird leise fluchend der Gehweg gekehrt, Nachbarn streiten, weil sich das Laub nicht an Grundstücksgrenzen hält. Da wird gesaugt und geblasen, was die Gerätemotoren aus dem Baumarkt nur so hergeben.
Das ist aber auch eine Unverschämtheit von der Natur – schmeißt einfach ihren Abfall überall herum. Manche umgehen das elegant, indem sie ihre Gärten in Steinwüsten verwandeln. Hier und da darf eine einsame Konifere aufragen.
Ab und zu trage ich mich mit dem Gedanken, meine Manteltaschen mit allerley Pflanzensamen zu befüllen und mit einer leichten Handbewegung …  😄   … und hepp … 😚   … aber so etwas tut eine meist nette Frau nicht. Und außerdem – die Natur findet immer Mittel und Wege.

Dabei kann man mit Laub so viel tun. Auf den Beeten verteilen, unter Sträuchern, als Frostschutz oder einfach kompostieren (wird besonders gut in Drahtkörben). Bei mir kommt ein großer Teil unter den alten Birnbaum – dort wo ein paar abgeschnittene Äste angelehnt sind. In einer anderen Ecke verbirgt sich unter altem Holz ein großer, kaputter Blumentopf. Auch dort wird eine Schicht Laub verteilt. Hier befinden sich Behausungen für Igel. Am Abend, kurz nachdem die Sonne untergegangen ist, kann ich sie hören, wie sie schnüffeln und schnaufen.

Aber das mit dem Frost scheint noch eine Weile zu dauern. Meine Kapuzinerkresse wächst nämlich noch immer. Sie will einfach nicht aufgeben. War sie im trockenen Sommer noch zögerlich, so scheint sie sich jetzt auszutoben und wächst kreuz und quer und kriecht über den halben Hof.

Aber ich lass sie machen, schiebe sie nur ein wenig zur Seite, rupfe ab und zu eine der leckeren Blüten ab und dekoriere und verfeinere damit mein Frischkäsebrötchen.

Die Kapuzinerkresse war übrigens Arzneipflanze der Jahres 2013.
(Sie hat jede Menge Vitamin C und ihre medizinische Wirkung ist vor allem den in ihr enthaltenen Senfölglykosiden zurückzuführen. Senföle haben antibakterielle Eigenschaften und können für bestimmte Organismen wie Pilze, Viren und Bakterien schädlich sein, deren Wachstum eindämmen oder sie sogar zerstören. Sie können damit gegen leichte Infekte wirken, beispielsweise der Harn- oder Atemwege).

Wenn das keine gute Kombi ist – schön, lecker und gesund  😊

8 Gedanken zu “Gartenecke – Kapuzinerkresse im November

  1. Bei uns blüht der Lavendel noch munter vor sich hin. Die zweite Blüte natürlich. Ich wollte schon schneiden, aber … ach lassen wir sie noch blühen. Ich liebe Lavendel. Außerdem schaffe ich es gerade eh nicht im Garten zu werkeln. Obwohl der nicht groß ist …. 🙂
    Das Laub darf bei mir liegen bleiben, besonders das, was sich vom Winde verweht zu Hauf am Maschendrahtzaun sammelt. Da stört es mich gar nicht. Während der Nachbar mit Laubsauger oder -bläser, wer weiß das schon so genau – penibel genau an unserem Maschendrahtzaun vorbeisaugt oder -bläst. 🙂
    Das wenige Laub, das sich nicht an den Zaun drängt, wird beim Rasenmähen mitgemäht oder bleibt liegen.
    Auf dem Beet darf es bei mir eh liegenbleiben. Passt farblich gut zum Rinderhack… ach nee Rindenmulch. 😀 Aber das meiste Laub weht bei uns vorbei. Vorne wie hinten. Daher hält es sich in Grenzen.
    Auf Wegen muss es natürlich (leider) weggefegt werden, damit keiner ausrutscht, aber bei uns ist da nix. Das Laub weht irgendwie immer woanders hin. 😀
    Manche Gärten sind leider so steril, dass sich da keine Lebewesen mehr wohlfühlen könnnen. Sehr schade. Die süßen Igel sind bei mir im Garten leider, leider nicht so erwünscht, wegen Felix. Zum Wohle von Felix und zum Wohle der Igel. 🙂 Einer wurde mal des nachts von Pepper erst angebellt und dann angepinkelt. Lang ist es her. Auch Felix hat schon den ein oder anderen Igel angebellt. Ist mitten in der Nacht nicht sooooo toll für die Nachbarn. 😉

    Die Kapuzinerkresse ist ja ein wahres Wunderwerk.
    Das mit den Samen in der Manteltasche … super Idee … 😉

    Liebe Grüße,
    Martina

    Gefällt 2 Personen

    1. oh das ist wohl keine gute Kombi – Hund und Igel. Unsere Katzen und die Igel scheinen sich irgendwie zu ignorieren. Wenn die Stacheltiere durch den Garten schnäufeln, dann schaut Katze kaum hin.

      Ich mag Kapuzinerkresse sehr gern. Allerdings mögen Läuse die auch, und ich hatte schon Jahre, in denen ich die Pflanzen mit Stumpf und Stil rausriss, weil die schwarz vor Läusen waren. Egal welches Hausmittel – nix half.
      Dieses Jahr war bei uns irgendwie seltsam – kaum Läuse 🤔
      Schön dass du hier bei mir so viel schreibst 😊
      Liebe Grüße,
      Sabine 🌺

      Gefällt 2 Personen

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