Mittwochsfoto – 2020 – das Letzte

Der letzte Mittwoch in diesem Jahr 2020. 


Wir wissen es nicht – aber wir können ja mal hoffen, dass das nächste etwas angenehmer wird.

Aber eins weiß ich ganz bestimmt – es gibt etwas, das sich vermehrt, wenn man es teilt 

Einen guten Rutsch ins Jahr 2021

Dienstag zur Montagsfrage: Lesehighlight 2020

Heute morgen zum Frühstückskaffee – im Reader gestöbert – da stellt Aequitasetveritas  in ihrem Blog wieder mal eine Frage, die mich beschäftigt. Und weil sie nicht aus meinem Kopf will, schreib ich sie hier auf. Das Problem: ich hatte vor ein paar Wochen ein Buch gelesen, das ich einfach nicht mehr hatte weglegen können – aaaber mir wollte partout nicht einfallen, welches es war. Und weil ich zu Weihnachten Temporär-Überflüssiges wegräume, weil alles wegen des Christbaums zusammenrücken muss, hat es eine Weile gedauert, bis ich es fand:

Ich kann mich nicht erinnern jemals ein Buch gelesen zu haben, das so unspektakulär daherkommt und doch einen solch starken Sog entwickelt. Und eigentlich gehört es gar nicht mir – eine Verwandte hatte es ein paar Monate zuvor vergessen …

Die Geschichte ist schnell umrissen. Es geht um den aus einem kleinen Ort am Attersee kommenden, jungen Franz Huchel, der zu seinem Onkel ins Wien der Dreißiger Jahre geschickt wird, um in dessen Trafik zu arbeiten. Eine Trafik ist in Österreich ein Laden für Zeitschriften, Tabak- und Schreibwaren, Ansichtskarten, Fahrscheine …
Eine seiner Hauptaufgaben besteht darin, täglich alle Zeitungen zu lesen, die hier verkauft werden. Wir können miterleben, wie sich allmählich die Atmosphäre ändert, als der Nationalsozialismus sich in Wien breit macht.

Franz erlebt an seinem Umfeld, was diese Ideologie aus den Menschen um ihn herum macht. Angefangen mit seinem eigensinnigen Onkel, der sich mit den Leuten von der Gestapo anlegt, den nachbarlichen NS-Sympatisanten und seiner ersten großen Liebe Anezka. Sie arbeitet in einem Hinterhofkabarett und lässt sich aus praktischen Gründen mit einem SS-Mann ein.
Interessant finde ich vor allem, dass einer der Stammkunden Sigmund Freud ist; ihm trägt Franz die Neue Freie Presse und Zigarren zur Wohnung. Es entwickelt sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden, und als Franz unter Liebeskummer leidet, bittet er den alten Mann um Rat.
Der empfiehlt ihm, seine Träume aufzuschreiben – „Wir tasten uns mühselig durch die Dunkelheit, um wenigstens hier und da auf etwas Brauchbares zu stoßen …

Ganz ruhig ist die Erzählweise und doch – sie macht mich tief in meinem Inneren unruhig, wenn Lügen und Propaganda sich in das Denken der Menschen fressen; wenn manche nur allzu bereit sind zu glauben, sie seien die Herren der Welt und alles andere wäre unwert zu leben.

Heureka! Jetzt bin ich’s los – jetzt kann ich an meinem eigenen Manuskript weiterarbeiten.

Schluss mit friedvoll – Rauhnächte sind da

Ich hoffe, ihr hattet angenehm friedvolle Weihnachtstage – trotz der nicht ganz so angenehmen Umstände  😷 . Aber jetzt sind sie vorbei  👹  die ruhigen Tage. Zeit der Rauhnächte! Bis zum 6. Januar streichen üble Geister um die Häuser und schauen in die Stuben. Sie fegen durch die Lüfte, krauchen aus dem Erdreich, zauberkundige Menschen verwandeln sich in Werwölfe und da gibt es ein paar Regeln, die eingehalten werden müssen. 

Skulptur von Hannah Stegmeyer, B.A. – www.schnabelart.de

Das ist zu tun:
Aufräumen ist ganz wichtig! Säumige Mägde und Knechte werden bestraft, auch das Aufhängen weißer Wäsche ist strengstens verboten – sonst beginnt die Wilde Jagd und die Reiter holt sich die Stücke um sie als Leichentücher zu verwenden.

Für unverheiratete Frauen ist das DIE Gelegenheit den zukünftigen Ehemann zu sehen; dazu müssen sie nur um Mitternacht an einen Kreuzweg oder einen anderen magischen Ort. Dort geht die Gestalt des Zukünftigen dann schweigend vorüber – aber sie dürfen ihn nicht ansprechen, denn dies bedeutet den Tod.

Die Rauhnächte sind auch die beste Zeit, um Geister zu beschwören oder sich wahrsagenden Praktiken zu widmen. Blei- oder Wachsgießen sind da sehr beliebt. Die Innereien von Hühnern oder Fröschen betrachten hilft auch. 
Außerdem können die Tiere in manchen Rauhnächten sprechen und über die Zukunft erzählen. Ihr solltet euch allerdings hüten, ihnen zuzuhören – ihr fallt sonst tot um.
In solchen Nächten sprechen auch die Hausgeister mit den Tieren, ob sie von ihren Herrchen und Frauchen gut behandelt würden. Wenn nicht – gibts Strafe. 

Wenn ihr sie besänftigen wollt, so beräuchert euer Heim mit allerley Kräutern. „Die zwolff naecht zwischen Weihenacht und Heyligen drey Künig tag ist kein hauß das nit all tag weiroch rauch in yr herberg mache / für alle teüfel gespenst vnd zauberey.“ (Johannes Boemus 1520, Sebastian Franck 1534)

Alles in allem eine spannende Zeit. Aber denkt dran – diese Regeln wurden vor Jahrhunderten aufgestellt. Also – ihr Lieben – bitte nicht um Mitternacht das nächste Autobahnkreuz aufsuchen.

Mittwochsfoto – gesegnet

Dieses Foto hab ich mir extra für diesen Tag aufgehoben.

Heiliges Wasser –
eau bénite

Corona-Frankreich im Herbst – und es wird an allen Fronten gekämpft.
Da war ein findiger Mensch am Werk und bastelte aus Tretmülleimer, Seifenspender und einer Seilkonstruktion den beinahe berührungslosen Weihwasser-Spender.

In diesem Sinne – wünsch ich euch angenehme Tage – bleibt gesund und bis bald.

Montags vom Schreibtisch

Es sollte eigentlich Sonntags vom Schreibtisch heißen; aber als ich hier am Text arbeitete, kam eine mauzende Rote ins Zimmer gehumpelt. Widerwillig lässt sie sich betasten – Hinterlauf geschwollen. Da war ich dann doch etwas abgelenkt. Sie ist nun beleidigt eingeschlafen, weil sie nichts zum Essen bekam und bis es zum Tierarzt geht, schreib ich hier fertig. 

Ich habe eine Nachricht per Whatsapp bekommen. Es sei superwichtig, nichts weniger als der Friede auf Erden stünde auf dem Spiel und ich müsse am frühen Abend des 21. Dezember unbedingt meditieren. 
Als naturwissenschaftlich neugieriger Mensch weiß ich, was an diesem Tag stattfindet – und ich habs heute Mittag auf meiner thematisch passenden Schreibtischunterlage mal nachgestellt.

Am 21.Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, werden sich Jupiter und Saturn so nahe stehen, dass sie mit bloßem Auge aussehen, als wären sie ein neuer Stern.

Alle 20 Jahre gibt es eine Große Konjunktion am Sternenhimmel zu betrachten; das heißt, diese beiden großen Planeten stehen von der Erde aus gesehen dicht beieinander. Im Laufe der Jahre verschiebt sich diese Konstellation und ‚arbeitet sich‘ durch die Sternbilder. Nach ungefähr 800 Jahren beginnt der Zyklus von vorne.
Vielleicht habt ihr ja Glück und der Himmel ist nach 17:30 wolkenfrei, dann könnt ihr Richtung Südwesten schauen (also in Mitteleuropa).

Astronomen spekulieren, ob seinerzeit in Bethlehem nicht auch eine solche Konjunktion statt gefunden habe und diese als Zeichen des Himmels interpretiert wurde. 
Wir leben zwar nicht mehr zu Kaiser Augustus Zeiten – aber noch immer werden solche himmlischen Phänomene mit irdischen Ereignissen verknüpft.
Dieses Jahr sind die Menschen auf Grund der Corona Verbreitung besonders empfänglich für solche Aufrufe. Wer außer die Rüstungsindustrie, Terroristen und Diktatoren hätte nicht gern Frieden und Gesundheit auf Erden.
Zur Zeit soll für das Wassermannzeitalter meditiert werden. Man könne dann diese kraftvollen Energien nutzen, um unseren Planeten von der Macht der Dunkelkräfte zu befreien. Dabei wird auch gern die Quantentheorie bemüht, denn es verbergen sich Außerirdische auf unserem Planeten …. ok, ich muss das nicht weiter ausführen.
In esoterischen Kreisen wird immer wieder auf die Wirkung von Massen-Meditationen hingewiesen. Vor allem der Maharishi-Effekt von 1993 wird zitiert. Es wird behauptet, dass 4000 Meditatoren Gewaltverbrechen in Washington D. C. um 18% senken würden (manche behaupten sogar, es wäre über 20%); was sich allerdings als unwahr herausstellte.  
Zum Schluss erscheint gern die Aufforderung, man möge die große Transformation unterstützen und für Energieausgleich sorgen – dazu der passende Button mit den bekannten Kreditkartenabbildungen.

Nun – ich denke – wenn es die Wetterlage zulässt, werde ich meinen Blick auch gen Südwesten richten. Warum nicht auch meditieren  🤗  und Good Vibrations in die Welt senden. Aber das versuche ich ohnehin in mein Alltagsleben einzubauen. In diesem Sinne – Friedvolle Tage für alle – und vergesst eure Masken nicht, wenn ihr einkaufen geht  😷