Wir alle werden eines Tages unseren letzten Atemzug tun und die Frage ist – was kommt danach? Ich meine jetzt nicht jene außerkörperlichen Phänomene über die sich Religionen und Andere bekriegen. Nein – mir geht es um etwas ganz Profanes, das für manche erschreckend sein mag und doch das natürlichste aller Organismen ist: was soll mit meiner leiblichen Hülle geschehen?
Klassisch im Sarg begraben? Das dauert Jahre und benötigt Platz. Ganz abgesehen davon, dass nicht überall günstige Bodenbeschaffenheiten herrschen und ich womöglich als Wachsleiche wieder zum Vorschein komme.
Verbrennen? Soll klimamäßig die schlechteste aller Lösungen sein.

Skulptur von Hannah Stegmeyer, B.A. – www.schnabelart.de

Aber jetzt gibt es eine für Naturbegeisterte wirklich interessante Möglichkeit. 
Der Leichnam wird in Holzstückchen, Schneckenklee und Stroh eingebettet und in einem speziellen Behälter aufgebahrt. Dazu kommen noch Mikroorganismen und weiteres Pflanzengewebe. Das Ganze wird gelegentlich gewendet, während im Inneren die Temperatur auf ca. 55 Grad steigt. Ein Fest für all die Organismen, die an diesem Umbauprozess beteiligt sind.
Nach ungefähr einem Monat ist etwa ein Kubikmeter fruchtbarer Humus übrig.
Ist das nicht eine schöne Vorstellung? „Humus zu Humus“ klingt doch viel freundlicher als „Asche zu Asche“ und „Staub zu Staub“.

Wieder ein Teil des Ganzen sein und zu etwas Neuem werden – im Kreislauf des Lebens

Noch geht das hier nicht aufgrund sehr strenger Bestattungsgesetze – aber vielleicht ändert sich das ja mal.

9 Gedanken zu “Entdeckung am Montag – Kompostieren

  1. Das deckt sich fast mit meinen Gedanken zu meiner Beerdigung. Ich sprach zu meinem Mann dass ein Pappsarg geeignet wäre und anstelle von Erde oder Blumen solle jeder am Grab ein Schäufelchen lebende Maden oder ähnliches hinunter werfen.
    Jeder fasst das als Sarkasmus auf und ist erstaunt dass mir es ernst ist.
    Na, schauen wir mal ob die von Dir vorgestellte Möglichkeit bei meinem Ableben schon „gängig“ ist.

    Wünsche Dir einen schönen Wochenbeginn.
    Lieben Gruß
    Rika

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    1. Das Wenden wird von Mitarbeitern erledigt, mit dem speziellen Gefäß, in dem der Körper liegt.
      Der Ganove müsste sich schon ziemlich gut auskennen und das passende Material haben. Denn wenn die Mischung nicht stimmt und der Vorgang nicht auf eine bestimmte Art regelmäßig belüftet wird, funktioniert das nicht.
      Ach ja – und wenden müsste er das Opfer auch noch.
      Liebe Grüße
      Sabine

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