Gefühltes Foto




Langsam steige ich die Treppe zum Dachgeschoss hoch – überlege so hin und her – was wollt ich nochmal nicht vergessen – und dann höre ich es … ssssss … sssSSSSSS … und plötzlich ist sie über mir:
Eine dicke Wespenkönigin! 
Und die ist stinkesauer. Sie muss sich bei der Suche nach einem Winterquartier ins Dachgeschoss verirrt haben und durch irgendwas geweckt worden sein. Ich die Treppe runter, sie hinter mir her – ich ins Arbeitszimmer – sie folgt mir noch immer – und ich tu das, was man eigentlich nicht tun sollte – fuchtel mit den Armen herum, bekomme die ‚Psychologie Heute‘ zu fassen – hole aus und das wars dann. Eine tote Königin.
Tut mir ja schon leid. Aber dieser Reflex war einfach übermächtig. In unserem Garten gibt es immer Platz für Wespen (auch wenn sie mir manchmal furchtbar auf den Geist gehen).
Aber diese hat etwas in mir geweckt – und ich komme zum Eigentlichen:
Mein Mittwochsfoto:

Es begab sich nämlich zu der Zeit, dass die Spinnradlfrau allein im Wald spazierte und sich an der Natur erfreute. Es war später Sommer 2020, kein Mensch zu hören und zu sehen – einfach perfekt.
Und während sie so vor sich hin sinnierte – stieß von oben herab ein SSSSSSSSSS!
Nein – nicht müde anschwellend wie die Wespenkönigin aus dem Dachgeschoss. Es war schnell, verfing sich in den Haaren, wurde noch zorniger – begann sofort zu beißen oder stechen.
Also nee, Leute, da bekam ich dann doch leichte schwere Panik, strubbelte in den Haaren herum und rannte, bis sie von mir abließ. Sekunden später ging es los – höllische Schmerzen über die ganze Schädeldecke. Es fühlte sich an, als habe jemand einen Fleischerhaken durch meine Kopfhaut geschlagen und ziehe mich langsam noch oben, bis das Gesicht spannte. Sehstörungen setzten ein und – es war später Sommer 2020, kein Mensch zu hören und zu sehen – und ich dachte – nix schöne Natur.
Natur will leben, will überleben, egal was da unter dem Ast daher läuft – und zum Glück hast du keine Last mit Allergien. Es dauerte eine Weile, bis sich die Sehstörungen wieder legten. Auch die Schmerzen ließen ein wenig nach, doch der Fleischerhaken blieb für den Rest des Tages drin.
Herr Spinnradl schaute sich das später an – das waren tatsächlich zwei blutige Löchlein in der Kopfhaut.
Ich hab mir später sagen lassen, das könnte eine Hornissenkönigin gewesen sein. Die begeben sich nämlich im Herbst auf die Suche nach einem Winterquartier. Eigentlich sind sie friedlich – ich muss wohl zu nah an ihrem Pausenplatz herumgehampelt haben.

4 Gedanken zu “Mittwochsfoto – ein Panikgefühl

Du magst mitplaudern? Nur zu - ich freue mich über jeden neuen Knoten in meinem Spinnradl ***

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