Es sollte eigentlich Sonntags vom Schreibtisch heißen; aber als ich hier am Text arbeitete, kam eine mauzende Rote ins Zimmer gehumpelt. Widerwillig lässt sie sich betasten – Hinterlauf geschwollen. Da war ich dann doch etwas abgelenkt. Sie ist nun beleidigt eingeschlafen, weil sie nichts zum Essen bekam und bis es zum Tierarzt geht, schreib ich hier fertig. 

Ich habe eine Nachricht per Whatsapp bekommen. Es sei superwichtig, nichts weniger als der Friede auf Erden stünde auf dem Spiel und ich müsse am frühen Abend des 21. Dezember unbedingt meditieren. 
Als naturwissenschaftlich neugieriger Mensch weiß ich, was an diesem Tag stattfindet – und ich habs heute Mittag auf meiner thematisch passenden Schreibtischunterlage mal nachgestellt.

Am 21.Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, werden sich Jupiter und Saturn so nahe stehen, dass sie mit bloßem Auge aussehen, als wären sie ein neuer Stern.

Alle 20 Jahre gibt es eine Große Konjunktion am Sternenhimmel zu betrachten; das heißt, diese beiden großen Planeten stehen von der Erde aus gesehen dicht beieinander. Im Laufe der Jahre verschiebt sich diese Konstellation und ‚arbeitet sich‘ durch die Sternbilder. Nach ungefähr 800 Jahren beginnt der Zyklus von vorne.
Vielleicht habt ihr ja Glück und der Himmel ist nach 17:30 wolkenfrei, dann könnt ihr Richtung Südwesten schauen (also in Mitteleuropa).

Astronomen spekulieren, ob seinerzeit in Bethlehem nicht auch eine solche Konjunktion statt gefunden habe und diese als Zeichen des Himmels interpretiert wurde. 
Wir leben zwar nicht mehr zu Kaiser Augustus Zeiten – aber noch immer werden solche himmlischen Phänomene mit irdischen Ereignissen verknüpft.
Dieses Jahr sind die Menschen auf Grund der Corona Verbreitung besonders empfänglich für solche Aufrufe. Wer außer die Rüstungsindustrie, Terroristen und Diktatoren hätte nicht gern Frieden und Gesundheit auf Erden.
Zur Zeit soll für das Wassermannzeitalter meditiert werden. Man könne dann diese kraftvollen Energien nutzen, um unseren Planeten von der Macht der Dunkelkräfte zu befreien. Dabei wird auch gern die Quantentheorie bemüht, denn es verbergen sich Außerirdische auf unserem Planeten …. ok, ich muss das nicht weiter ausführen.
In esoterischen Kreisen wird immer wieder auf die Wirkung von Massen-Meditationen hingewiesen. Vor allem der Maharishi-Effekt von 1993 wird zitiert. Es wird behauptet, dass 4000 Meditatoren Gewaltverbrechen in Washington D. C. um 18% senken würden (manche behaupten sogar, es wäre über 20%); was sich allerdings als unwahr herausstellte.  
Zum Schluss erscheint gern die Aufforderung, man möge die große Transformation unterstützen und für Energieausgleich sorgen – dazu der passende Button mit den bekannten Kreditkartenabbildungen.

Nun – ich denke – wenn es die Wetterlage zulässt, werde ich meinen Blick auch gen Südwesten richten. Warum nicht auch meditieren  🤗  und Good Vibrations in die Welt senden. Aber das versuche ich ohnehin in mein Alltagsleben einzubauen. In diesem Sinne – Friedvolle Tage für alle – und vergesst eure Masken nicht, wenn ihr einkaufen geht  😷 

3 Gedanken zu “Montags vom Schreibtisch

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