Ich hoffe, ihr hattet angenehm friedvolle Weihnachtstage – trotz der nicht ganz so angenehmen Umstände  😷 . Aber jetzt sind sie vorbei  👹  die ruhigen Tage. Zeit der Rauhnächte! Bis zum 6. Januar streichen üble Geister um die Häuser und schauen in die Stuben. Sie fegen durch die Lüfte, krauchen aus dem Erdreich, zauberkundige Menschen verwandeln sich in Werwölfe und da gibt es ein paar Regeln, die eingehalten werden müssen. 

Skulptur von Hannah Stegmeyer, B.A. – www.schnabelart.de

Das ist zu tun:
Aufräumen ist ganz wichtig! Säumige Mägde und Knechte werden bestraft, auch das Aufhängen weißer Wäsche ist strengstens verboten – sonst beginnt die Wilde Jagd und die Reiter holt sich die Stücke um sie als Leichentücher zu verwenden.

Für unverheiratete Frauen ist das DIE Gelegenheit den zukünftigen Ehemann zu sehen; dazu müssen sie nur um Mitternacht an einen Kreuzweg oder einen anderen magischen Ort. Dort geht die Gestalt des Zukünftigen dann schweigend vorüber – aber sie dürfen ihn nicht ansprechen, denn dies bedeutet den Tod.

Die Rauhnächte sind auch die beste Zeit, um Geister zu beschwören oder sich wahrsagenden Praktiken zu widmen. Blei- oder Wachsgießen sind da sehr beliebt. Die Innereien von Hühnern oder Fröschen betrachten hilft auch. 
Außerdem können die Tiere in manchen Rauhnächten sprechen und über die Zukunft erzählen. Ihr solltet euch allerdings hüten, ihnen zuzuhören – ihr fallt sonst tot um.
In solchen Nächten sprechen auch die Hausgeister mit den Tieren, ob sie von ihren Herrchen und Frauchen gut behandelt würden. Wenn nicht – gibts Strafe. 

Wenn ihr sie besänftigen wollt, so beräuchert euer Heim mit allerley Kräutern. „Die zwolff naecht zwischen Weihenacht und Heyligen drey Künig tag ist kein hauß das nit all tag weiroch rauch in yr herberg mache / für alle teüfel gespenst vnd zauberey.“ (Johannes Boemus 1520, Sebastian Franck 1534)

Alles in allem eine spannende Zeit. Aber denkt dran – diese Regeln wurden vor Jahrhunderten aufgestellt. Also – ihr Lieben – bitte nicht um Mitternacht das nächste Autobahnkreuz aufsuchen.

4 Gedanken zu “Schluss mit friedvoll – Rauhnächte sind da

  1. Wünsche frohe Festtage gehabt zu haben.
    Danke für die ausführlichen Informationen zu den Rauhnächten. Bisher kannte ich nur den Part mit der Wäsche. Am besten gefällt mir allerdings die Vorstellung,dass die Hausgeister die Tiere befragen ob sie gut behandelt wurden. Ich hoffe dass die Viecher sich nicht loyal zeigen sondern die Wahrheit sprechen.
    So manchem Tierquäler könnte dann seine Strafe bekommen.
    Aber nun wünsche ich noch ein paar ruhige Tage. An „stille Silvester“ glaube ich erst, wenn wir Neujahr haben. Ein Verbot von Feuerwerks-Verkauf bringt doch nichts, wenn die Leute nach Polen fahren um sich da einzudecken. Na, schauen wir mal.
    Sei herzlich gegrüßt
    Rika

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      1. Ja, solche Geschichten haben etwas. Kann mir gut vorstellen, dass in früheren Zeiten die Großeltern oder Eltern diese schaurigen Geschichten in „wilden“ Winternächten am warmen Ofen den Kindern erzählten. Das war Spannung pur! Solche Erzählungen finde ich ja heut noch spannend!

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