Leseprobenkuddelmuddel

Auf meiner Seite Romane aus dem Spinnradl stelle ich ja meine Erstveröffentlichung vor … alles fein beschrieben … unten gibt’s eine Leseprobe und die soll schön großzügig sein, schließlich habe ich bis jetzt noch nichts Längeres veröffentlicht, man kennt meine Schreibe nicht.
Mir war die erste Leseprobe mit 10 Seiten zu kurz – also bat ich, man möge sie doch auf 30 erhöhen – gesagt getan – Zufriedenheit im Spinnradl.

Vor ein paar Tagen stelle ich fest  😱 da stimmt was nicht!
Das heißt, jeder, der mal neugierig so bissle reinliest, weil die Kaffeepause noch nicht vorbei ist, stellt fest – zwischen Seite 10 und 11 gibt es einen fies falschen Fehler, da stimmt was nicht …

Des Rätsels Lösung: Ein Softwarefehler, der einfach an eine ältere Version die neue angepappt hat – und das genau zu der Zeit, als ich die Romane-Seite meines Blogs freigab.
Es wurde von Hand korrigiert – jetzt stimmt das wieder.

Also falls jemand bei Seite 10 gedacht hat – och Spinnradl-Schätzelein, das üben wir noch ein wenig, das mit dem Bücherschreiben   🤓  Vielleicht mag er ja nochmal reinlesen.

Danke
eure
Sabine aus dem 🕷 🕸

Saturday sentence – Engels

Heute ist Samstag – und ich bin pünktlich. Es ist Zeit für Babsis ’saturday sentence‘. Und ich habe ein Problem – Seite 158, 10 Sätze später. Auf dieser Seite ist schon nach vier Sätzen Seitenumbruch. Also werde ich einfach diesen letzten Abschnitt nehmen: 

Im Sommer 1844 war Engels‘ Lehrzeit in Manchester zu Ende gegangen, und der Sohn und Erbe von Ermen & Engels kehrte nach Barmen zurück. Auf der Fahrt legte er einen Zwischenstopp in Paris ein, wo er eine Begegnung mit Marx hatte, die wesentlich herzlicher ausfiel als die vorangegangene. Und fortan widmete er sein Leben der Aufgabe, den ‚Mohren‘ zu managen.

Aus „Friedrich Engels“ von Tristram Hunt



Dieses Buch habe ich eigentlich schon gelesen – und zwar sehr intensiv. Da sind kleine, bunte Kleber an der Seite, damit ich wichtige Stellen wiederfinden kann und drinnen (ich hoffe, es ist nicht zu schmerzlich für manche) sind Notizen und Stellen in verschiedenen Farben angestrichen, hier und da Fragezeichen.

Dass ich es nochmal rausgeholt hab, das lag an Julian Carax‘ Kolumne und seiner Frage darin, seit wann denn Kommunisten wieder im Trend seien … 
Seine Frage ist nämlich absolut berechtigt – vor allem vor dem Hintergrund, dass jene, die ‚Kommunisten‘ als Feindeserzählung  bemühen, wahrscheinlich gar nichts über die Geschichte des Kommunismus wissen. Nun – wer sich gerne am äußerst rechten Rand aufhält, für den sind die einfach ein rotes Tuch (gute Wortwahl ^^).
Das waren sie im 3. Reich, und das waren sie zu McCarthys Zeiten, der in den frühen 50er Jahren das Klima in den USA mit seinen antikommunistischen Verschwörungstheorien bestimmte.

Ich finde dieses Thema nämlich außerordentlich interessant, denn Den Kommunismus gibt es nicht – aber es gibt Verbrecher, die aus einem Teil von Marx‘ und Engels‘ Theorien ihre eigenen, menschenverachtenden Ideologien zusammengebraut hatten.

Für einen Essay-Wettbewerb schrieb ich mal einen Beitrag – hab zwar nix gewonnen, aber bei der Arbeit damit jede Menge gelernt. Wen’s interessiert, kann ja mal hier nachlesen: ‚Wettstreit der Systeme‚. 

Ach ja – kleine Bemerkung: der Ausdruck ‚Mohr‘ ist der Spitzname, den Marx aufgrund seiner äußeren Erscheinung bekam.

Nach der Katzenstunde

Gestern Abend – ich muss unbedingt raus. Man könnte meinen, mir wär Corona in die Beine gefahren …  Nein – ich habe einfach das Bedürfnis, im Dunkeln durch die Gegend zu laufen (bisschen Corona im Kopf vielleicht). Das überfällt mich schon mal, treibt mich nach der Katzenstunde hinaus, die Straßen entlang, durch den Park in Richtung Felder. Ach ja – Katzenstunde – die hatte ich schon in meinem Blog; das ist die Zeit während der Abenddämmerung, in der Katzen draußen einfach so sitzen und kucken (und möglicherweise Verschwörungstheorien diskutieren).

Im Park kommen mir noch ein paar Leute entgegen. Sie streben zu ihren Behausungen, an die Töpfe und vor die Fernseher und allmählich werden die Wege einsamer, bis ich allein auf den regennassen Feldwegen bin.
Wunderschön bizarr hebt sich das Geäst der Bäume zum Himmel, als wollten sie das Universum anrufen.


Das Rauschen des Verkehrs auf der nahegelegenen Landstraße scheint sich aus meinem Fokus zu bewegen – denn andere Geräusche sind viel interessanter. Rechts ein Flattern, links ein Rascheln und ich kann sehen, wie ein paar Kaninchen in ihren Löchern verschwinden – und einen Augenblick später erhebt sich über mir ein Raubvogel, der jetzt sauer auf mich ist, weil ich ihm die Jagd verhagelte.

Mir fällt die zornige Hornisse und mein damaliges Panikgefühl vom letzten Herbst ein. Sie hatte mir ein paar kleine, gleichwohl schmerzhafte Löcher oben in die Kopfhaut gebissen – und ich fasste mir unwillkürlich an den Kopf: Mütze ist auf (seufz)

Eine Reihe Strohrollen für die Erdbeeren liegt parat
und ich freu mich schon
 🍓 🍓 🍓 🍓 🍓.


Unter meinen Schuhen quietscht und platscht es und ich muss aufpassen, dass ich nicht ausrutsche. 

Und da vorne … wie hübsch … eine Pfütze – und das Licht ist gerade noch hell genug.


Der Rückweg führt an einem kleinen Fluss entlang. Es ist Nacht und nur noch ein bläulicher Streifen am Horizont verabschiedet den Tag; doch das eigentlich Spannende ist: kommt das Rauschen des Flusses tagsüber nicht zur Geltung – oder verändern sich die Sinne des Menschen, wenn die Umgebung dunkel wird?
Nun plätschert er so laut, als wolle er sich bei mir beschweren, dass ich ihm tagsüber nicht genug zuhöre. Wie ein beleidigter Freund rauscht und grollt er und zerwühlt das Bett.

Als es wieder in den Park geht, komme ich an der alten Pappel vorbei. Schon seit geraumer Zeit habe ich beobachtet, wie sich Misteln in ihr festbeißen. Schwer hängen sie in den Zweigen und holen sich ihre Kraft aus dem sterbenden Baum. Was sie nicht wissen – auch ihre Tage sind gezählt – kein Baum, keine Nahrung. Das ist der Lauf der Welt.

Wieder im Ort schau ich den Leuten in die Fenster. Hier eine ganze Wand mit Zinntellern, dort ein großes Bücherregal, dort drüben ein sehr großer Fernseher und ich denke mir – schön dass ihr alle zu Hause seid, ihr könnt ja morgen wieder spazieren gehen  😁