Jeder hat so seine Träume. Aber nicht nur Menschen träumen. Wer Katzen beim Schlafen zuschaut, der kann ungefähr erkennen, was den Hausgenossen gerade so beschäftigt. Bei unseren Miezen sieht es aus, als wären sie in Kämpfe verwickelt oder auf Mäuse-Jagd.
Und schlafende Mäuse? Deren Träume kann ich nur erahnen. Wenn ich mir meine Räuber so anschaue – können es nur Alpträume sein.

Von Mäusen und Motorrädern

Dann gibt es ja noch die anderen Träume. Man könnte sie ‚Wünsche‘ nennen. Während die einen sich wünschen, die Futterdose möge rasch geöffnet werden, liegen die anderen im Bett und denken sich: jetzt fang doch einfach Mäuse und lass mich noch eine Stunde schlafen. Leider versteht die Katze nicht, wenn ich durch die Tür rufe, sie möge sich noch ein wenig gedulden.

Mit achtzehn hatte ich auch einen Wunsch: Motorradfahren. Weil die Verwirklichung des Wunsches allerdings mit vielen anderen Dingen kollidierte, verschob ich die Erfüllung auf später. Dass mehr als dreißig Jahre daraus werden könnten, ahnte ich seinerzeit nicht (ist vielleicht auch gut so)

Was mich von der Katze unterscheidet?
Nun – ich pinkelte der Sparkasse nicht vor die Tür. Stattdessen kratzte ich all mein Vorstellungsvermögen zusammen und freute mich auf meine Bikerzukunft.

Dieser Vergleich hinkt möglicherweise ein wenig auf seinen zwei Rädern und vier Beinen – aber das ist nicht schlimm. Seine Schrägheit hilft vielleicht, wenn man sich aus einer gewissen Erstarrung lösen muss.
Zur Zeit habe ich den Eindruck, als zeigten sich in dieser Corona-Krise ein paar Risse mehr im Firnis der Zivilisation. Dass es tatsächlich Imfpstoffe gibt, macht die Sache nicht leichter. Im Gegenteil – man scharrt mit den Hufen und wartet nur noch darauf, dass sich das Gatter öffnet.
Oppositionsparteien geht es nicht schnell genug und sie wagen sich aus der Deckung in der Hoffnung, jetzt endlich zum Zuge zu kommen (denn natürlich hätte man alles besser gemacht)

Deshalb hier ein Schritt zurück:
Als im Juni absehbar war, dass es tatsächlich wirksame Impfstoffe geben könnte, schloss eine Impfallianz (Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande) einen ersten Vertrag über die Lieferung von Impfstoffen nach Europa. Es gab einen Aufschrei der üblichen Verdächtigen – das sei zu früh! Hinausgeworfenes Geld! ….

Ganz platt ausgedrückt: hinterher ist man immer schlauer.
Natürlich läuft nicht alles glatt. Wie könnte es auch. Es sind fehlerhafte Wesen – also Menschen, die hier Entscheidungen für komplizierte Prozesse treffen müssen. Ein auf -70°C runtergekühlter Stoff muss verteilt und aufbereitet werden.
Aber dass es tatsächlich gelungen ist, in so kurzer Zeit einen Impfstoff zu entwickeln, finde ich erstaunlich. Und es sind ja noch mehr in der Warteschleife.

Vielleicht hat man ja auch etwas aus dieser Krise gelernt – dass Pflegepersonal nicht einfach auf Bäumen wächst – dass Pandemien auf unserem ’schrumpfenden‘ Planeten nicht einfach verschwinden – dass Nationalismus nicht die Lösung ist und dass Umwelt- und Arbeitsschutz kein Luxus sind.

In diesem Sinne – lasst uns all unsere Vorstellungskraft zusammenkratzen – es ist ein Ende in Sicht.

7 Gedanken zu “Von Mäusen und Motorrädern

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