Kommt schon mal vor, dass ich mitten in der Nacht etwas notieren muss, damit ich wieder einschlafen kann
*** 


Dieses Mal vermischten sich Impressionen aus zwei anderen Blogs (falls ich euch verlinken darf, schreibt’s im Kommentar 😊 )
Welcometothedorf beschäftigt sich mit spanischen Sätzen und Julian Carax freut sich in seinem Beitrag über die Vereidigung des neuen US-Präsidenten.

Und – zwischen zwei Träumen – verdichtete sich die Mischung zu meinem Lieblings-Spanisch-Satz verdichtet:

No hay mal que por bien no venga
Auf deutsch heißt das
ungefähr:
„Es gibt kein Übel, das nicht auch zu etwas Gutem taugt“

Wobei man bei diesem Spruch aufpassen muss – er bedeutet nicht, dass aus jedem Schlechten etwas Gutes wird, er ist auch kein Ausdruck für ein lässiges ‚Wird schon‘.
Aber das Negative kann in sich eine Möglichkeit bergen, die im Nachhinein etwas Positives gebiert.
Und was hat Trump in diesen vier Jahren vor allem getan?
Er zerrte
mit jedem Tweet so fest an der Decke der Zivilisation, dass sie an besonders dünnen Stellen riss – Rassismus und die Spaltung der Gesellschaft wurden bloß gelegt. Dieser Zustand ist nichts Neues, doch wir sehen ihn jetzt nicht nur überdeutlich und nackt – nein – wir bekommen ihn durch die Neuen Medien wie durch ein Vergrößerungsglas präsentiert. Die Krönung des Ganzen war, als Kapitol geentert wurde. Und ich habe den Eindruck, dass so manchem klar geworden ist, was Worte anrichten können.

Der neue Präsident hat nun die undankbare Aufgabe, diese Wunden zu behandeln. Dabei darf er sie nicht einfach nur zudecken. Er muss an die Ursachen ran, und es gibt noch genügend Kräfte, die ihn daran zu hindern suchen.

Und ich denke, auch hier bei uns sollte man genau hinschauen; denn es gibt Kräfte, die ihre Energie daraus ziehen, unsere Gesellschaft zu spalten. Und es gibt nichts Schlimmeres für eine Demokratie, wenn Bürger sich so weit voneinander entfernen, dass sie nicht mehr miteinander kommunizieren können.
Demokratie ist darauf angewiesen, dass man letztendlich eine Lösung findet, mit der jeder leben kann ohne sich allzu sehr eingeschränkt zu fühlen. Mag sein, dass die Lösungen nicht
immer perfekt sind – es genügt, wenn sich eine Gesellschaft allmählich zum Besseren hin entwickelt.

Oder um es mit den Worten der beeindruckenden Amanda Gorman, die bei Joe Bidens Amtseinführung sprach, zu sagen:

For there is always light, if only we’re brave enough to see it, if only we’re brave enough to be it
Frei übersetzt bedeutet das:
„Denn es gibt immer Licht, wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen – wenn wir nur mutig genug sind, es selbst zu sein.“

4 Gedanken zu “Nachtgedanken – vom Guten und Bösen

Du magst mitplaudern? Nur zu - ich freue mich über jeden neuen Knoten in meinem Spinnradl ***

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