Nachtgedanken – Naturverschwörung

Kommt schon mal vor, dass ich mitten in der Nacht etwas notieren muss, damit ich wieder einschlafen kann
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Der Mond stand am Himmel und machte die Nacht zum Tag, als ich über eine Meditation nachdachte. Bei dieser lasse ich Gedanken einfach vorbeiziehen, ohne sie zu bewerten. Ich stelle mir vor – ich liege am Waldrand und über mir ziehen die Ideen, Erinnerungen, Zorneswölkchen, Trauerschleier und alles, was mich so bewegt am Himmel entlang. Sollen sie doch. Im Moment kann ich zur Lösung nichts beitragen – also lasse ich sie ziehen.
Der nächste Schritt – ich konzentriere mich auf meinen Körper und auf den Untergrund, auf dem er ruht. Irgendwann beginnen sich die Grenzen aufzulösen, und weil ‚Kaltschaum-Matratze‘ so profan klingt, denke ich an etwas Hübscheres.  Meine Phantasie legt mich auf eine Wiese. Sie darf ruhig ein wenig mit Moos durchzogen sein, weich und grün und von der Sonne getrocknet.
Es duftet nach Blättern, Erde, Holz … es raschelt, knistert, Windhauchen … streicht über meine Haut … mein Körper wärmt das Bett aus Natur, Grenzen lösen sich auf … zerfließen … ich bin alles, bin Mensch, bin Gras und Moos …


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Als ich wieder auftauche, kommt mir in den Sinn, dass es doch faszinierend ist, was die Natur so alles kann und wie sich die Lebewesen – allen voran der Mensch – entwickelt haben. Ich staune über die Weisheit der Natur. Vor allem die Geschwindigkeit, mit der die Entwicklung geschah, die Ausdifferenzierungen und all das konnte nur geschehen, weil sie einen Transporteur hatte, der bei der Verteilung der Informationen half – und noch immer mithilft:
Die Viren!
Knapp die Hälfte des menschlichen Erbgutes besteht aus verstümmelten Virengenen, die man heute noch nachweisen kann.
Wer weiß – vielleicht haben sich die Götter der Natur gesagt, der Mensch könnte nun doch etwas in die Schranken gewiesen werden, schicken wir ihm ein anderes Virus. Holen wir ihn zurück in die Reihe und lehren wir ihn Demut.

Es gibt einen Film, der heißt „die Auslöschung“. Dort verwandeln sich in einer seltsamen Region Menschen allmählich in Pflanzen. Wer weiß, wer weiß, ob so etwas möglich wäre? Schließlich ist alles im Wandel, wie ich schon einmal schrieb. Diesmal ein Wandel der besonderen Art.
Na das wär doch eine anständige Verschwörungstheorie: Ein Virus, das uns heimholt ins Reich der Fauna – ‚back to the roots‘ bekommt dann einen ganz besonderen Klang. Schließlich sind wir alle aus denselben Grundstoffen gebaut wie die uns umgebende Pflanzenwelt.


Mittwochsfoto – flach oder nicht flach, keine Frage

Ist sie flach oder doch eine Kugel?
Was Aristoteles ahnte,
berechnete Erastothenes
150 Jahre später.


Manchmal frage ich mich, wie Menschen auf die Idee kommen, dass die Erde eine Scheibe sei. Und wenn das moderne Leben noch so unübersichtlich geworden ist – wie kann man Mathematik und Physik so verbiegen, dass die Erdgestalt zur Platte gepresst wird. Hier versetzt der Glaube tatsächlich Berge und der kleine Mensch versucht mit seltsamen Folgerungen seine Welt wieder übersichtlich zu machen. 
Doch sie wird nie übersichtlich sein – sie war immer dem Wandel unterworfen.


Schon Pythagoras und Platon glaubten, dass die Erde eine Kugel sei. Platons Schüler Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) beobachtete Mond, den Ablauf der Mondfinsternis und schloss vom kreisförmigen Schatten der Erde auf ihre Kugelform. 
Für Erastothenes bildete diese Erkenntnis die Grundlage seiner Berechnungen. Ein Brunnen im heutigen Assuan half ihm auf die Sprünge: nur an einem einzigen Tag im Jahr, an der Sommersonnwende spiegelte sich die Sonne in seiner Tiefe; an allen anderen Tagen lag das Wasser im Schatten. 
Stand die Sonne direkt über dem Brunnen, so warf zur selben Zeit im 900 km entfernten Alexandria ein senkrechter Stab einen Schatten. Mit Hilfe der Geometrie berechnete er aus diesen Angaben den Umfang der Erdkugel – und er lag damit keine 100 km daneben.

Dass im Mittelalter nur an die Flacherde geglaubt wurde, ist übrigens nicht richtig. Sie wurde zwar in der Kunst so dargestellt, die Lehrmeinung war jedoch eine andere.
Selbst Thomas von Aquin (1225 bis 1274) schrieb von der Kugelform der Erde:
Astrologus demonstrat terram esse rotundam per eclipsim solis et lunae
(Der Sternenkundige beweist durch Sonnen- und Mondfinsternis, dass die Erde rund ist)

Royusch Fotochallenge in blau – oder – blue AngryMan

Bei Royusch-unterwegs gibt’s wieder eine schöne Fotochallenge – Thema „Blau“ … meine Lieblingsfarbe.
royusch-unterwegs.com/2021/02/21/projekt-wochentliche-fotochallenge-05/

Inspiriert von seinem Beitrag schwarz/weiß plus hab ich mein Foto vom blue AngryMan and the rest of winter etwas umgearbeitet.

Keramikskulptur, blau glasiert – von Hannah Stegmeyer, B.A.
www.schnabelart.de

Eisfrei – und nein – kein Katzencontent


Nein – ich hab’s doch versprochen – vor ein paar Tagen – kein Katzenbild mehr im Februar; aber bei dieser Aufnahme kann ich nix für …. ist mir einfach so reingelaufen und überhaupt – farblich passt sie einfach perfekt in die Szene.

Vor einer Woche war der kleine Teich vollständig zugefroren. Bis vor zwei Tagen schwamm noch immer eine dicke Eisschicht auf dem Wasser und etwas traurig betrachtete ich die drei Posthornschnecken darunter. Ach je – denk ich mir – jetzt sind sie bestimmt erfroren. Diese dummen Viecher haben es wohl nicht mehr ins Tiefe geschafft.
Und wie der ein oder andere schon gemerkt hat – mich interessiert so ziemlich alles, was mit der Natur zusammenhängt. Dabei darf es ruhig schleimig zugehen. So wie neulich, als ich die Weisheit der Natur pries.
Diese hübsche Planorbarius corneus gehört zu den Wasserlungenschnecken und zur Familie der Tellerschnecken. Und als einzige der europäischen Schneckenarten besitzt sie als Blutfarbstoff Hämoglobin – deshalb kann sie auch im sehr sauerstoffarmen Gewässer überleben.
Aber nun ist’s eine Woche, dass die Lungenschnecken unter der Eisdecke herumlungern, sogar ihre sekundären Kiemen kann ich sehen – das sind zwei kleine, dreieckige Läppchen an den Seiten des Kopfes.

Doch Freitag-Abend

was hab ich mich gefreut

sie bewegen sich!
Noch etwas langsam, aber sie sind unterwegs und raspeln fein säuberlich die Teichfolie ab.