Wenn ich an einer Geschichte arbeite, suche ich mir jede Menge Hintergrundwissen zusammen. Es muss nicht unbedingt in der Handlung auftauchen, aber es ist wichtig, um meine Figuren und ihr Tun abzurunden.
Und weil ich manches einfach zu spannend finde, um es in irgendeiner Datei in den Untiefen meines Computers herumdümpeln zu lassen, schreibe ich es einfach hier rein.


Unsere Augen sind nicht einfach Organe, die mit dem Gehirn verbunden sind. Nein – sie sind ein Teil des Gehirns und bilden sich während der Schwangerschaft aus sackartigen Bläschen. Vielleicht so ein kleines bisschen wie unsere Schnecken aus dem letzten Beitrag.

Und damit sind wir mitten im Thema. Was verbindet nun Sehen mit Stress? Befinden wir uns in einer belastenden Situation, so reagiert der Körper, indem er schon mal die Flucht ‚vorbereitet‘. Der Puls steigt, die Atmung geht schneller – und noch etwas passiert: Die Pupillen weiten sich und es verändert sich die Position der Linse – das Sichtfeld wird enger. Damit stellen sich Tiefenschärfe und Fokus auf einen engen Bereich.
Es gehört zu unserem uralten Erbe, das ein Überleben in feindlicher Umgebung ermöglicht. Unsere Augen geben alles, was sie im Blickfeld haben ungefiltert an das zentrale Nervensystem weiter und dieses bewertet die Situation. 
Der Haken an der Sache – in unserer Alltagswelt geht es meist nicht um lebensbedrohliche Situationen; aber unsere Reflexe wissen das nicht – ist das nun der lauernde Säbelzahntiger oder eine anstehende Prüfung, die uns in Angst und Schrecken versetzt. Manchmal genügt eine bloße Erinnerung, um auf Ausnahmemodus zu schalten.

An der Stanford University wird unter anderem das visuelle System erforscht. Dazu gehören jene neuronalen Pfade, die auf sichtbare Bedrohungen reagieren. Das Spannende an der Sache ist – so wie es den ‚verengten‘ Blick gibt, existiert auch ein visueller Modus, der ‚Panoramablick‘ genannt wird. Der Kopf bleibt ruhig und man lässt den Blick in die Ferne schweifen, schaut nicht auf eine Stelle – der Blick weitet sich, bis man die Ränder des Blickfelds sehen kann.
Dieser ‚Panoramablick‘ wirkt sich direkt auf einen Teil des Hirnstamms aus, der für Stressreaktionen zuständig ist. Auf diese Weise lassen sich Unruhe und Stress dämpfen.

In diesem Sinne – schaut aus dem Fenster, lasst den Blick schweifen, weitet ihn, geht ins Freie, und ihr werdet sehen – es wirkt.

Meine Montagsentdeckung ist inspiriert von einem Artikel aus dem Spektrum-Magazin. Wer noch mehr wissen will, mit freundlicher Genehmigung verlinkt:
Man kann Stress ausschalten, indem man die Umwelt anders betrachtet

8 Gedanken zu “Montagsentdeckung – oder was verbindet Auge und Stress?

  1. Ganz toller Beitrag und zur Zeit auch für mich grad sehr wichtig liebe Sabine, für den ich sogar während meiner Pause eine kurze Pause bei dir im schönen Spinnradl einlege! 🙂🕸️
    Liebe Grüße von Hanne aus dem wieder herrlich verschneiten Franken und hab auch du eine schöne stressfreie Zeit! 🤗🍀

    Gefällt 2 Personen

  2. Wenn ich in großen Stress gerate, dann zuckt das linke Unterlid unkontrollierbar, und meine Augen fangen an zu brennen. 😉 Und es stimmt, den Blick in die Weite richten, sich so weit als möglich entspannen, tief durchatmen, oder einen kleinen Spaziergang machen (am besten mit Kamera 😉 ), hilft dann in der Regel sehr.
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

Du magst mitplaudern? Nur zu - ich freue mich über jeden neuen Knoten in meinem Spinnradl ***

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