Ist sie flach oder doch eine Kugel?
Was Aristoteles ahnte,
berechnete Erastothenes
150 Jahre später.


Manchmal frage ich mich, wie Menschen auf die Idee kommen, dass die Erde eine Scheibe sei. Und wenn das moderne Leben noch so unübersichtlich geworden ist – wie kann man Mathematik und Physik so verbiegen, dass die Erdgestalt zur Platte gepresst wird. Hier versetzt der Glaube tatsächlich Berge und der kleine Mensch versucht mit seltsamen Folgerungen seine Welt wieder übersichtlich zu machen. 
Doch sie wird nie übersichtlich sein – sie war immer dem Wandel unterworfen.


Schon Pythagoras und Platon glaubten, dass die Erde eine Kugel sei. Platons Schüler Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) beobachtete Mond, den Ablauf der Mondfinsternis und schloss vom kreisförmigen Schatten der Erde auf ihre Kugelform. 
Für Erastothenes bildete diese Erkenntnis die Grundlage seiner Berechnungen. Ein Brunnen im heutigen Assuan half ihm auf die Sprünge: nur an einem einzigen Tag im Jahr, an der Sommersonnwende spiegelte sich die Sonne in seiner Tiefe; an allen anderen Tagen lag das Wasser im Schatten. 
Stand die Sonne direkt über dem Brunnen, so warf zur selben Zeit im 900 km entfernten Alexandria ein senkrechter Stab einen Schatten. Mit Hilfe der Geometrie berechnete er aus diesen Angaben den Umfang der Erdkugel – und er lag damit keine 100 km daneben.

Dass im Mittelalter nur an die Flacherde geglaubt wurde, ist übrigens nicht richtig. Sie wurde zwar in der Kunst so dargestellt, die Lehrmeinung war jedoch eine andere.
Selbst Thomas von Aquin (1225 bis 1274) schrieb von der Kugelform der Erde:
Astrologus demonstrat terram esse rotundam per eclipsim solis et lunae
(Der Sternenkundige beweist durch Sonnen- und Mondfinsternis, dass die Erde rund ist)

13 Gedanken zu “Mittwochsfoto – flach oder nicht flach, keine Frage

  1. Der Glaube an die Scheibe rührt wohl daher, dass der Mensch sich nicht vorstellen konnte, auf einer Kugel zu leben und nicht herunterzufallen. Jedes Kind denkt so. Es bedarf eines abstrakten Vorstellungsvermögens und vor allem des Wissens über Magnetismus. Wie so oft genügt das, was man mit den Augen sieht (der gekrümmte Horizont am Meer z.B.) nicht immer. 😉

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  2. Astrologie und Mathe Wissen der Ägypter sind in der Tat faszinierend. In Abu Simbel gibt es einen Raum, der nur zu ganz bestimmter Zeit von einem Sonnenstrahl erhellt wird (sagte der Reiseführer).Da müssen die nach der Verlegung, beim Wiederaufbau, ganz schön nachgerechnet haben, damit das dann ein paar Meter weiter auch wieder so hinkam..

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  3. Es klingt doch aber so schön poetisch: „… bis ans Ende der Welt …“ Und es klingt unglaublich, wenn man nach 40.000 km mit dem eigenen Auto sagt: Ich bin jetzt schon einmal um den ganzen Erdball gefahren. So klein ist die Erde, dass ich in so „kurzer“ Zeit einmal rumfahre? Irgendwas stimmt da nicht. 🤔😉
    Die Dimensionen verschieben sich aber gerade seit einem Jahr. Ich bin mit meinem neuen Auto, gekauft zwei Wochen vor dem ersten Lockdown Ende Februar in der Lombardei, bisher nur 2.000 km gefahren. Wenn es so weitergeht, passt das mit der Zeit, die ich für eine Umrundung brauche: 20 Jahre. 😂

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  4. So vor gut vierzig Jahren hat mir mein erster Chef mal erzählt, dass es in England einen Club geben würde, in dem man nur Mitglied werden dürfe, wenn man fest davon überzeugt sei, dass die Erde eine Scheibe sei. Als ich ihn danach fragte, wie viele Mitglieder dieser Club denn habe, meinte er achselzuckend: „Na ja, ein paar Hundert, wenn’s hoch kommt.“… Und heute sind’s dank YouTube einige Millionen…

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