Kommt schon mal vor, dass ich mitten in der Nacht etwas notieren muss, damit ich wieder einschlafen kann
*** 


Der Mond stand am Himmel und machte die Nacht zum Tag, als ich über eine Meditation nachdachte. Bei dieser lasse ich Gedanken einfach vorbeiziehen, ohne sie zu bewerten. Ich stelle mir vor – ich liege am Waldrand und über mir ziehen die Ideen, Erinnerungen, Zorneswölkchen, Trauerschleier und alles, was mich so bewegt am Himmel entlang. Sollen sie doch. Im Moment kann ich zur Lösung nichts beitragen – also lasse ich sie ziehen.
Der nächste Schritt – ich konzentriere mich auf meinen Körper und auf den Untergrund, auf dem er ruht. Irgendwann beginnen sich die Grenzen aufzulösen, und weil ‚Kaltschaum-Matratze‘ so profan klingt, denke ich an etwas Hübscheres.  Meine Phantasie legt mich auf eine Wiese. Sie darf ruhig ein wenig mit Moos durchzogen sein, weich und grün und von der Sonne getrocknet.
Es duftet nach Blättern, Erde, Holz … es raschelt, knistert, Windhauchen … streicht über meine Haut … mein Körper wärmt das Bett aus Natur, Grenzen lösen sich auf … zerfließen … ich bin alles, bin Mensch, bin Gras und Moos …


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Als ich wieder auftauche, kommt mir in den Sinn, dass es doch faszinierend ist, was die Natur so alles kann und wie sich die Lebewesen – allen voran der Mensch – entwickelt haben. Ich staune über die Weisheit der Natur. Vor allem die Geschwindigkeit, mit der die Entwicklung geschah, die Ausdifferenzierungen und all das konnte nur geschehen, weil sie einen Transporteur hatte, der bei der Verteilung der Informationen half – und noch immer mithilft:
Die Viren!
Knapp die Hälfte des menschlichen Erbgutes besteht aus verstümmelten Virengenen, die man heute noch nachweisen kann.
Wer weiß – vielleicht haben sich die Götter der Natur gesagt, der Mensch könnte nun doch etwas in die Schranken gewiesen werden, schicken wir ihm ein anderes Virus. Holen wir ihn zurück in die Reihe und lehren wir ihn Demut.

Es gibt einen Film, der heißt „die Auslöschung“. Dort verwandeln sich in einer seltsamen Region Menschen allmählich in Pflanzen. Wer weiß, wer weiß, ob so etwas möglich wäre? Schließlich ist alles im Wandel, wie ich schon einmal schrieb. Diesmal ein Wandel der besonderen Art.
Na das wär doch eine anständige Verschwörungstheorie: Ein Virus, das uns heimholt ins Reich der Fauna – ‚back to the roots‘ bekommt dann einen ganz besonderen Klang. Schließlich sind wir alle aus denselben Grundstoffen gebaut wie die uns umgebende Pflanzenwelt.


4 Gedanken zu “Nachtgedanken – Naturverschwörung

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