Vergänglich – Rolands Fotochallenge

Eine inspirierende Fotochallenge: 

https://royusch-unterwegs.com/2021/03/28/projekt-wochentliche-fotochallenge-10/


 


Es geht hier nicht nur um dieses Auto – nein, es scheint eine ganze Ära zu Ende zu gehen. Man kann es sich heute kaum noch vorstellen; aber es gab eine Phase, in der eine pferdelose Zeit herbeigesehnt wurde. Vor hundert Jahren donnerten Droschken und mehrspännige Fuhrwerke durch die Städte und transportierten Menschen und Waren. Pferdemist verbreitete nicht nur Gestank, sondern zog Insekten aller Art an und verursachte Infektionen und Krankheiten wie Typhus. In einer New Yorker Studie aus dem Jahr 1900 fand man heraus, dass jährlich 20.000 Todesfälle von Pferdemist verursacht wurden.
In Basel waren die Straßen dermaßen von Mist übersät, dass man eine Verschmutzung des Grundwassers befürchtete.
Jede Nacht waren Fuhrwerke unterwegs, um den Unrat aus der Stadt zu schaffen. Man verbrachte den Mist auf gesonderte Felder, wo er sich zu schlammigen, stinkenden Halden türmte.

Erlösung brachten erst die elektrische Straßenbahn und – mit der Erfindung des Benzinmotors – das Auto.
Und wer hätte das gedacht? Es sollte soweit kommen, dass sich fast jeder in den industrialisierten Staaten ein Auto leisten konnte und nicht nur das –
es löste bei vielen Begeisterung aus, es wurde Kult 

Jetzt im 21. Jahrhundert sollen Elektrofahrzeuge die Lösung sein. Es wird ruhiger auf unseren Straßen werden und die Luft noch ein wenig besser – doch welche Büchse der Pandora werden wir nun öffnen? Solange der mobile Teil der Welt so viel wie möglich mobil sein möchte – und das in tonnenschweren Fahrzeugen – wird eine Büchse nur durch die andere vertauscht. Und Pandora scheint noch einige in ihrer Höhle zu haben.

 

 

Projekt ABC: F wie Fjord

Heute war ich etwas unkonzentriert – also hab ich mich auf die Suche nach etwas Schönem gemacht – und bin beim Wortman fündig geworden:
https://wortman.wordpress.com/2021/03/21/projekt-abc-f-wie-funkenregen/
Und bei „F“ ist mir doch gleich ein Foto eingefallen:

 

Eidfjord in Norwegen

Das war schon ziemlich spät im Sommer, als wir auf dem Fjord herumpaddelten und es wurde ziemlich frisch. Da drückte die Kälte nicht nur aus den Bergen herab – nein, sie kroch auch von unten durch die Bootshaut, den Sitz bis tief in unsere Knochen. Es war der erste Abend, dass wir in unserem kleinen „Puck“ Caravan die Heizung anschalteten.
Aber die Landschaften in Norwegen – unbeschreiblich schön und beeindruckend. 

Die Angst vor dem Schluss

Kennt ihr das? Ihr lest ein Buch … es zieht euch rein … und irgendwann macht es „plöörrrffff“ und es fühlt sich an wie ein Ballon, aus dem die Luft gewichen ist oder ein herrlich aufgegangenes Hefegebäck, das im Backofen in sich zusammenfällt. 
So schmeckt es dann auch – plötschig quartschig – der Schluss eines Buches, das nicht hält, was es versprochen hat. Das ist um Klassen schlimmer als eine Lektüre, bei der man ein paar Seiten braucht, bis sie zündet; oder ein paar öde Stellen im weiteren Verlauf, bei denen ich mir denke – och, ein wenig kürzen und es wäre perfekt. Aber was ist schon perfekt … 
Alles nicht schlimm – doch ein Buch, das zum Ende hin abkackt, weil dem Schreibenden nichts mehr eingefallen ist/ der Verlag noch unbedingt ein paar Seiten mehr haben wollte/ die Deadline überschritten war …. 
In so einem Fall fühle ich mich um meine Lesezeit betrogen.


Und an dieser Stelle befinde ich mich gerade – ich sitze an der Erstfassung meines Manuskripts und das Ende naht, fehlen nur noch ein paar Szenen …


Befeuert – oder – ein ‚gutes‘ Ende schmieden.

Doch anstatt einfach das Ende der Rohfassung zu schreiben, schleicht sich meine alte Deutschlehrerin von hinten an den Stuhl und flüstert mir ins Ohr: 
So kannst du das aber nicht schreiben … so wird das nichts …


So funktioniert das wirklich nicht! Das ist keine Deutscharbeit, die korrigiert wird, sobald sie fertig ist. Nein – das ist eine Rohfassung, die ich bearbeiten kann. Ich kann sie striegeln wie ein struppiges Islandpony und dann erst ist der Roman fertig.
Ich kann an der Geschichte arbeiten, das Eisen im Feuer meiner Phantasie erhitzen und an den Szenen schmieden, bis sie ihre eigenen Wurzeln hat und sich im Gleichgewicht befindet … ooooha – jetzt geht die Phantasie wirklich mit mir durch ….


Danke dass ihr mich lest – jetzt ist mir wieder wohler und ich kann ein Ende finden. 
DAS Ende kommt dann noch.


Liebe Grüße
Sabine vom Spinnradl

Mittwochsfoto – oder, Konzentration bitte

So ihr lieben Leut, die Rohfassung meines Manuskripts befindet sich in der Endfassung – und bevor ich meine eigene Fassung verliere, weil mir die Fäden meiner Handlungsstränge entgleiten, muss ich hier ein paar Tage Wochen pausieren … 


Collage aus meinem „Schlaflos“-Ölgemälde und dem Arbeitstisch

Mit all den interessanten Sachen, die ihr so schreibt, zerfasert meine Konzentration – und mir bleibt nur die Notbremse. Ich möchte nämlich nicht, dass die Pause aus lauter Frust wieder vier Jahre dauert. 
Also – I’ll be back – wie ein großer Philosoph zu sagen pflegte. Und falls jemand was in die Kommentare schreibt, bekomm ich eine Mail für’s Antworten (das fänd ich sonst nicht nett von mir).


eure
Sabine