Das ist er – der gelb strahlende Alptraum eines jeden Rasenbesitzers:


 


Alles war grün und gut, doch von irgendwoher war es herbeigeflogen – Taraxacum sect. Ruderalia – auch genannt Kuhblume, Hundeblume, Bettpisser … ja wirklich, so  wird das ‚Unkräutlein‘ unter anderem genannt.
Diesen Namen trägt der Löwenzahn auf Grund seiner harntreibenden Wirkung.
In der Volksheilkunde wird er eingesetzt bei Völlegefühl, Blähungen und als leichtes Abführmittel.
Im Herbst geerntete, geröstete Wurzeln dienen als Kaffee-Ersatz, aus den Blüten lassen sich Fruchtaufstriche herstellen – und man kann mit ihm leckere Salate zubereiten.

Außerdem lässt sich aus Löwenzahn Kautschuk herstellen; diese Möglichkeit ist in der neueren Forschung wieder aufgegriffen worden, als Alternative zum Milchsaft des Kautschukbaums.

Und weil Löwenzahn zu den ersten Blüten gehört, die im Frühjahr erscheinen, ist er eine wichtige Bienenweide, die zur Entwicklung der Bienenvölker dient.


 

Und damit fängt es an – mit einem Schirmchen. Bis zu 300 davon schickt jede Pusteblume in die Welt hinaus.


Auch hier finden wir wieder die Schönheit der Natur und der Mathematik. Nicht nur bei Sonnenblumen und Schneckenhäusern lassen sich die Wachstumsvorgänge nach der Fibonacci-Formel beschreiben – sondern auch bei den Blüten des Löwenzahns.

Also denken wir daran, bevor wir an dieses Wunder der Natur Hand anlegen – und rupfen wir es mit ein wenig Respekt aus der Erde … oder kann es vielleicht sogar dort stehen bleiben?


 

7 Gedanken zu “Von einer kleinen Genesis

  1. Bei uns blüht in diesem Jahr besonders viel Löwenzahn, hab ich zumindest das Gefühl und entsprechend sieht auch unser Rasen aus… Wobei der Löwenzahn zwischen den vielen „Beikräutern“, Unkraut darf man ja nicht sagen, das kleinste Problem ist. 😉
    Dankeschön für die tollen Infos zum Verwendungszweck und ganz liebe Grüße ins Spinnradl 🕸️🕷️🌼🍀

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  2. Ich finde frühlingshafte Wiesen voller Löwenzahn wunderschön. Wenn da noch Gänseblümchen dazu kommen… wer rupft das denn freiwillig raus?
    Und danke für die Infos, das mit dem Kautschuk habe ich nicht gewusst 🙂

    Liebe Grüße
    Kasia

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    1. Dort wo das Foto geknipst wurde, war fein säuberlich Rollrasen ausgebracht worden. Und das ist tatsächlich das erste gelbe Blümchen auf diesen ca 25qm gewesen 😁
      Und die Sache mit dem Kautschuk – Im Russland der 30er Jahre entwickelte man verstärkt das Verfahren und baute jede Menge Löwenzahn an. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Projekt allerdings beendet.
      Jetzt ist es wieder entdeckt worden und große Reifenfirmen arbeiten daran. Der Erntezyklus wäre viel kürzer als beim Kautschukbaum und Löwenzahn wäre ziemlich anspruchslos. Ein paar Hürden gibt jedoch – ein großes Problem wäre seine Ausbreitungsgeschwindigkeit 😬
      Es bleibt spannend 🌼 🌼 🌼 🌼 🌼 🌼 🌼 🌼 🌼 🌼
      Liebe Grüße
      Sabine

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