Der Sommer ist wieder mal gnadenlos – es gibt jede Menge zum Nachdenken – ich hab viel zu tun im Garten – ich hör mein Motorradl aus der Garage rufen: Komm doch! Fahren! – Die Wanderschuhe zwinkern mir zu – Meine Romanfiguren sind im Moment etwas sperrig – Und in meinem Teich gibt es jede Menge zum Staunen. 
Ich bin jetzt nicht so eine Meisterin der Fotografie wie einige Blogger hier, bei denen ich staunend am Bildschirm sitze; doch das Tierchen, das ich euch unbedingt zeigen will, ist an einer Stelle aus dem Teich gekrabbelt, bei der ich mich ziemlich verrenken musste, um es überhaupt fotografieren zu können. 
Und wieder schwärme ich vom Wunder der Natur:


Frisch geschlüpfte, noch etwas zerknautschte Libelle
Wenig später sind die Flügel glatt, ihre Adern müssen noch mit Flüssigkeit gefüllt werden
Die fertige Libelle lässt sich noch ein wenig in der Sonne trocknen

Libellula depressa – Plattbauch – gehört zur Familie der Segellibellen, erreicht eine Länge von ca. 25mm und Breite von 8 mm und ist eine Art Pionierbesiedler von Teichen. Ihre Larve kann sogar in Tümpeln überleben, die zeitweise ausgetrocknet sind, indem sie sich im Schlamm eingräbt. Im Jahr 2001 wurde sie zum Insekt des Jahres gewählt. 
Die Männchen funkeln in kräftigem Blau und die Weibchen in samtigem Goldbraun. 
Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich mir diese bohnenkleinen Larven anschaue – wie sich nach zwei Stunden dieses prachtvolle Insekt entfalten kann. Und wenn man das beobachtet – so sieht das Ganze nach harter Arbeit aus. Die Hülle reißt, sie quält sich hinaus und beginnt Blutflüssigkeit in die Flügel zu pumpen – eine gefährliche Phase. Ein Windstoß würde genügen, um die zart faltigen Flügel gegen das Schlupfsubstrat zu drücken und die Flügel wären zerstört. Anschließend richtet sie sich so gut es geht zur Sonne aus und lässt sich trocknen; erst dann entwickeln sich diese wunderschön schillernden Farben.


Und jetzt werd ich mich wieder meinen bockigen Figuren zuwenden
sterben oder nicht sterben – das ist hier die Frage …  

17 Gedanken zu “Vom Segeln der Gedanken und Libellen

  1. Na, deine Bilder sind aber schön geworden, hat sich gelohnt, die Verrenkung 🙂 Auf dem ersten Bild sieht das Tierchen irgendwie aus wie ein Alien. Wahrscheinlich fragt sich die Libelle in dem Moment selber: „Wer bin ich? Was mache ich hier?“ Faszinierend, bei so einem Augenblick dabei zu sein.

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    1. 😁 ja – beim Ersten ist sie gerade frisch aus der Hülle und noch ziemlich zerknautscht. Vor allem die Flügel sehen aus, als wäre was nicht in Ordnung. Beim Zweiten sind sie immerhin glatt aber es ist noch keine Flüssigkeit hineingepumpt.
      Liebe Grüße
      Sabine

      Gefällt 1 Person

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