Jedes Jahr dasselbe – ich freu mich mächtig, wenn ich ab Juni am Abend durch den Garten wandele  und mir die erste ‚Gemeine Nachtkerze‘ entgegenstrahlt. Vor allem zur Katzenstunde – wenn es ruhig wird in den Gärten und sich die Wesen der Nacht erst so richtig wohlfühlen – carpe noctem  🦇 🦇 🦇 für mich und die umherschwirrenden Fledermäusle.

Was ich bis vor Kurzem gar nicht wusste: Sie zählt zu den Neophyten und wurde im 17. Jahrhundert aus Nordamerika nach Europa eingeführt. 
Das Faszinierende an dieser Pflanze ist nicht nur ihr kräftiges Gelb, das man sogar in der Nacht wahrnehmen kann. Sie kann auch ihre Blüte in einer fließenden Bewegung öffnen – innerhalb weniger Minuten zeigt sie sich in voller Pracht und verströmt einen süßlichen Duft, der auch schon mal als unangenehm empfunden werden kann.


Oenothera biennis – gemeine Nachtkerze

Kurz nach dem Öffnen erfolgt die Bestäubung vor allem durch Nachtschwärmer, aber auch Bienen, Hummeln und Tagfalter fühlen sich angelockt.
An idealen Standorten kann diese zweijährige Pflanze bis zu zwei Meter hoch werden. Auf ihrer dicken Pfahlwurzel liegt die Blattrosette, aus der sich der Stängel erhebt – entweder einfach oder spärlich verzweigt. Die einzelnen Blüten leben nicht lang, doch sie bildet im Laufe ihres Wachstums immer neue – bis zu 120 pro Haupt-und Seitentrieb. Aus ihnen entwickeln sich dann Kapselfrüchte. Ist die Kapsel ausgetrocknet, reißt sie entlang der Rückennaht auf und bis zu 200 mit einem Flügelsaum versehene Samen können vom Wind davongetragen werden.
Da komme ich dann wieder ins Spiel … ich schneid sie ab und klopf das Gestrüpp an den Stellen aus, an denen ich gern noch mehr von ihnen hätte.

Sie wird übrigens auch Schinkenwurzel genannt – man muss sie allerdings ausbuddeln, bevor sie blüht, da die Wurzel sonst verholzt.
Sie werden wie Schwarzwurzeln oder Pastinaken zubereitet.

Bekannt ist hier vor allem das Nachtkerzenöl – es findet seinen Einsatz bei Ekzemen, trockener und empfindlicher Haut.
Es wird auch als oral einzunehmendes Heilmittel angeboten – allerdings geht seine Wirkung nicht über einen Placebo-Effekt hinaus.

10 Gedanken zu “Sie ist wieder da – Oenothera biennis

    1. Das Wort hab ich vor ein paar Monaten gelernt – als es in einer Fernseh-Doku erwähnt wurde. Ich schrieb darüber schon einen Beitrag (er ist bei ‚Katzenstunde‘ im Text verlinkt)
      Mir gefällt immer wieder, dass etwas so schön leuchtendes so anspruchslos sein kann. Als Pionierpflanze braucht sie nur etwas, das irgendwie Erde ist und ein wenig Wasser … den Rest erledigen die Pfahlwurzeln 😃
      Du hast Recht – es ist superspannend.
      Liebe Grüße
      Sabine

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  1. Bei uns im Cottage wächst sie und streckt sich dem Himmel entgegen.
    Was die Katzenstunde anbelangt – wie schön, dass du diesen Beitrag verlinkt hast, denn ich habe ihn nicht gekannt. Der Ausdruck „Katzenstunde“ wird ab jetzt Teil meines Wortschatzes sein!
    VG
    Christa

    Gefällt 1 Person

    1. Ja diese Nachtkerzen sind wunderschön – und man kann sich bis weit in den Herbst hinein daran freuen.
      Ich kannte Ausdruck bis vor ein paar Monaten auch nicht. Bei einer Fernsehdokumentation hörte ich ihn das erste Mal – und er war so passend.
      Liebe Grüße
      Sabine

      Gefällt 1 Person

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