Ich bin zu spät – aber es war einfach zuviel los in den letzten vier Tagen.
Es ist nämlich wieder soweit; im Garten sind meine Johannisbeeren bald reif. Und was hat es mit den vier Tagen auf sich?


 


Johannisbeeren – auch Ribiseln genannt – haben diesen Namen bekommen, weil sie ungefähr am Johannistag (24. Juni) reif werden. Angeblich soll das der Geburtstag Johannes des Täufers gewesen sein.
Es ist die Zeit des Johannisfeuers und des Sammelns bestimmter Kräuter. Dazu gehört das Flechten von Johanniskränzen in die Kornblumen, Bärlapp, Farnkraut, Beifuß, Eichenlaub, Klatschmohn, Rosen, Lilien oder Rittersporn eingefügt werden.
In vielen Ländern haben sich in der Zeit um die Sommersonnwende Bräuche entwickelt. Oft sind es ehemals heidnische Feste, die im Zuge der Christianisierung umgedeutet wurden.



Ein besonders netter Brauch ist das Baden in Johannistau. Der Tau nach der Johannisnacht soll voller Kraft und Segen sein und den darin badenden Menschen von Krankheiten und Sommersprossen befreien.

Was mich anbelangt – so ist das nicht schlimm. Ich habe keine Sommersprossen. Die anderen müssen halt bis nächstes Jahr warten. Aber die Vorstellung mich nackich am frühen Morgen des 24. Juni in unserer Wiese zu wälzen – die finde ich nicht unverlockend … immerhin hatte ich an diesem Tag meine Corona-Impfung; also wenn das kein gutes Zeichen ist …



Für dieses Jahr werde ich jedenfalls meinen alten Dampfentsafter aus dem Keller holen, denn ich liebe Johannisbeergelee. Am Besten mit nur der halben Menge Zucker – dann wird er fein säuerlich und verursacht kleine Schauer beim Frühstücken  😁 

14 Gedanken zu “Ribiseln – oder vier Tage zu spät

  1. Das ist ja mal wieder sehr interessant zu lesen und Dankeschön für diese Informationen.
    Meine Johannisbeerbüsche gaben irgendwann mal, wahrscheinlich aus Altersgründen auf zu blühen und ich pflanzte auch keine neuen nach, weil wir die Beeren nicht so gerne essen.
    Liebe Grüße von Hanne und komm gut in die Woche 🍀🌼🌞

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    1. Ich hatte drei Sträucher – zwei davon sind nach einigen Jahren ‚müde‘ geworden. Aber dieser eine hat sogar ein krumpeliges Stämmchen und wuchert so wild, dass ich ihn im Herbst mächtig zurückschneiden muss. Das scheint irgendwie eine besonders hartnäckige Sorte zu sein – was für ein, das weiß ich gar nicht. Die Ernte heut Nachmittag sind mehr als drei Liter reiner Saft – Was hab ich da gestaunt 😊
      Liebe Grüße
      Sabine

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  2. Also…das Bad im Tau erspare ich mir und vor allem etwaigen Zuschauern lieber.
    Meine Eltern hatten früher einen großen Garten, auch Johannisbeeren in rot und schwarz waren darin vorhanden. Kann mich sehr gut an das pflücken und anschließende „ribbeln“ erinnern. Mit Hilfe einer Gabel wurden die Beeren von den Stielen abgeribbelt. Aber naschen war jederzeit erlaubt, solange noch etwas zum Gelee kochen übrig blieb. 😄

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    1. Das klingt sehr schön 😊
      Das durfte ich bei meiner Oma auch immer machen – fands nicht sooo sehr spannend – ich wollte immer raus 😄 zum Nachbarbauernhof.
      Ich ribbel die gar nicht ab – die kommen mit Stielkes in den Dampfentsafter. Gelee für Faulis 🤓
      Liebe Grüße
      Sabine

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  3. Interessante Hintergründe! Johannisbeeren gibt es in Italien wenn überhaupt als Delikatesse im Minischälchen. Nur die roten, und sie werden nur zum Dekorieren von Hauptgerichten verwendet. Schade. Ich erinnere mich auch gern an unseren Garten, wir hatten rote, weiße und schwarze. Ich half meiner Mutter beim „abgabeln“ … oder wie sagte man dazu? Bei uns wurden sie zu Marmelade gekocht, damit Kuchen gebacken oder wie aßen sie frisch eingezuckert in süßen Quark gerührt. Fantastisch! Das wäre mal wieder was!😋

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    1. Ich mag die Körnchen nicht so gern 😬 deshalb mach ich Gelee daraus.
      Aber es werden jetzt noch so nach und nach welche reif – die reichen dann frisch für’s kleine Quarkfrühstück. Beim nächsten Happen denk ich an dich 🤤 wenn dir also die Spucke im Mund zusammenläuft … das war ich 😄
      Liebe Grüße
      Sabine

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