Ja liebe Leute, das Spinnradl war fleißig am Nachmittag. Sie war in den Johannisbeeren! Die Sonne lugte immer wieder zwischen den Wolken hervor und ließ Dampf aus nassem Grün emporsteigen. Ja – das war wirklich eine sehr schön schweißtreibende Angelegenheit. 
Danach wurde die reiche Ernte abgespült und zwischen den hübsch roten Beeren waren so kleine, harte, blasse Kügelchen:


Putzige kleine Schnecken! Na die trau’n sich was … auf meinen Johannisbeeren!
Kleines Schneckenragout - äh Haiku

An den Beeren
Schnecke schlotzt
gleich kommt sie in den Dampfkochtopf

 🙈

Drei Stück hab ich davon gefunden … und ich hoffe, es waren wirklich alle …
Sie durften dann wieder zurück auf die Wiese; weil – ich weiß ja nicht genau, was nach meiner irdischen Existenz kommt …
Der Himmel? Dantes Inferno? Ich bin ja eigentlich so eine Art restevangelisches Menschlein; aber das muss ja nichts heißen. Es könnte auch sein, dass die Buddhisten oder ähnliches Recht haben und ich komme nochmal auf die Welt. Und weil ich nicht immer brav war, wird mein Geist womöglich in eine Schnecken geschickt (aber bestimmt in eine Hübsche mit Häusle – so schlimm war ich nu auch wieder nicht). Andere Leute dürfen in ihrem nächsten Leben womöglich als Spinne von Zimmerecke zu Zimmerecke krabbeln … obwohl – wenn ich es recht bedenke – Leute erschrecken würde mir auch Spaß bereiten (solange sie nicht Schuhe auf mir ausklopfen)


 

 

Über drei Liter reinen Saft hab ich aus diesen Beerchen gedampftsaft – ei wer hätte das gedacht – welch eine Freude

16 Gedanken zu “Ribisel – Nachtrag

  1. Die kleinen Lebewesen werden dirs danken. Sie leben gerne, so wie wir alle. Und apropos Dantes Inferno: da gibts viele Zwischenstufen der Existenz. Ich hätte mir eigentlich immer das Dazwischen gewünscht, denn das Paradies fand ich stets langweilig und die Hölle anstrengend. Guten Appettit mit den roten Dingern :-).

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    1. Ich finde Dantes ‚Bilder‘ sehr faszinierend – wie jeder an seiner eigenen Sünde leidet. In kochendes Blut getauchte Kriegstreiber … oder die Zornigen, die im sumpfig stinkigen Styx sich entweder gegenseitig bekämpfen oder mürrisch im Schlamm suhlen … oder die Gier-Abteilung, in der Hamsterer und Verschwender mit großen Gewichten gegeneinander kämpfen müssen …
      Wie elegant diese Strafen erdacht sind – denn letztendlich leidet jeder am Meisten an sich selbst.
      Die roten Dinger sind übrigens sehr schmackhaft geworden – in Form von Gelee auf Quark – mjamm 😄
      Liebe Grüße
      Sabine

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    1. Wo das aufhört, weiß ich auch nicht. Vor allem gefällt mir die Wertigkeit nicht so sehr – denn was wär der Mensch ohne Viren und Bakterien … jedenfalls nicht der, der er ist 🤓
      Aber ich weiß, wo meine Tierliebe endet 👹
      sie endet genau bei den Schnecken, die es tatsächlich bis hinauf in meine Töpfe geschafft haben und meine Paprikapflanzen abfressen.
      Liebe Grüße
      Sabine

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      1. Hb im Blog mal einen lustigen Beitrag über Schnecken-Rennen gemacht, als sie sich in großer Zahl im Garten austobten und finde sie auch sehr hübsch. Aber zur Zeit gibt das regnerische Wetter bei uns jede Menge Nacktschnecken die Chance sich nicht nur an den Blumen sattzufressen und das verärgert auch mich sehr. 😬
        Liebs Grüßle, Hanne

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