Ich war unterwegs in den letzten Tagen

eine Besuchsrunde mit meinem Flitze-Troll.


Die Reise war wohl von den Wettergöttern gesegnet – denn es regnete nur am ersten Tag ein wenig und der Rest war angenehm temperiert. 
Zwischendrin spazierten wir durch die schöne Ostalb, die etwas abseits der üblichen Touristengegenden liegt. Auch hier hat der ungewohnt starke Regen die Flüsse und Bäche anschwellen lassen …



Unter dieser hübsch blauen Fläche verbirgt sich ein Stück Fahrradweg; sieht allerdings schlimmer aus, als es ist. Es gibt keine Strömung und nur die Füße werden nass. Einfach nur Schwung nehmen und Beine hoch, das reicht jedoch nicht, es muss schon gestrampelt werden.



Hier nochmal die Schönheit eines Schwemmgebietes, das endlich seinen Namen verdient – denn es wurde genau für solche Wetter-Ereignisse angelegt.

Noch etwas Gutes hat diese herbeigesehnte, nasse Zeit – vielleicht kennt jemand diese fiesen, haarigen Viecher:


Ein Nest der Raupen des Eichen-Prozessionsspinners

Dieser unscheinbare Falter hat sich in den letzten Jahren stark bei uns verbreitet. Wie der Name schon sagt, macht er sich vor allem über Eichen her – frisst sich auch durch Hainbuchen, wenn es sein muss. Die Jungraupen überwintern im Ei und beginnen im Mai ihre Fressattacken. Bis zur Verpuppung durchlaufen sie bis zu sechs Entwicklungsstadien und bewegen sich in Gruppen durch den Baum. Der Kahlfraß ist eines der Probleme – das andere sind die mit Widerhaken versehenen Brennhaare, die diese Raupe ab dem dritten Stadium entwickelt. Sie sind brüchig und werden bei gutem Wetter weit fortgetragen. Die Haare sammeln sich in den Nestern und können sich über Jahre hinweg in der Umgebung anreichern. 
Beim Menschen lösen sie Raupendermatitis aus – es fühlt sich an wie die Reaktionen auf Insektenstiche und kann unbehandelt bis zu zwei Wochen anhalten. Atmet man sie ein, so führen sie zu schmerzhaftem Husten. Die Haare haften mit ihren Widerhaken an Kleidung und Schuhen und können diese Reaktionen jedes Mal neu auslösen. 
Hier hilft also wirklich nur eines: Duschen, Haare waschen und Kleiderwechsel. 
Am Besten man macht einen großen Bogen, wenn man die angefressenen Bäume mit diesen Gespinstbeulen sieht. 
Und was ist nun das Gute an dieser nassen Zeit?
Der Eichen-Prozessionsspinner hat es gerne trocken – und diese letzten Sommer hatten nun mal zu wenig Niederschlag.
Das heißt – diese Starkregenphase setzt ihm ziemlich zu.


Vom Regen abgespültes Nest der Prozessionsspinners


Kleiner Urlaub ist vorbei, und es geht es weiter mit dem Manuskript

der Spannungsbogen will gut durchdacht sein …

15 Gedanken zu “Unterwegs – in nassen Zeiten

    1. Ja – wir ersaufen noch nicht so ganz.
      Ich bin ziemlich froh über den Regen. Besser verteilt übers Jahr wäre natürlich schöner – aber immerhin …
      Im Moment sieht es so aus, dass in den meisten Regionen Deutschlands genügend pflanzenverfügbares Wasser vorhanden ist. Der Dürremonitor zeigt jedoch, dass es noch einiges an Niederschlag braucht, bis der Gesamtboden im Osten Deutschlands wieder genug Wasser gespeichert hat.
      Auf der Seite hier, kann man das gut nachvollziehen:
      https://www.ufz.de/index.php?de=37937
      Hier in der Eifel gibt es noch ein paar Bereiche, die rufen nach mehr – aber es ist schon viel besser geworden.
      Liebe Grüße
      Sabine

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        1. Ich kenn in Stuttgart diesen kleinen Bach – Nesenbach. Dass der so angeschwollen ist, dass er in einem Tunnel einen Bauarbeiter in den Tod gerissen hat, ist wirklich erstaunlich. Aber diese Tallage wird noch einige Überraschungen parat haben – deshalb steh ich diesem Stuttgart21- Projekt (so faszinierend das auch ist) sehr skeptisch gegenüber. Ja – bei uns wird es jetzt spannend; vor allem auf den Campingplätzen. Die schmiegen sich so schön an die malerischen Flüsschen. Die Camper aus der ersten Reihe dürfen jetzt nach hinten oder es werden alle umgesiedelt. Noch ein, zwei Tage, dann ist der Regen durch.

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  1. Da hast du mit dem Wetter aber richtig Glück gehabt und auch sehr schöne Bilder davon gemacht.
    Bei uns in Franken, Bayern regnete es sehr lange sehr viel mitunter auch begleitet von kräftigen Unwettern, weshalb ich mich Anfang der Woche über endlich mal wieder Sonnensommer freute.
    Liebe Grüße von Hanne

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  2. Was für ein schöner Ausflug, liebe Sabine! Starhlend blauer Himmel, ein paar kleine weiße Wölkchen, Sonnenschein und eine tolle Gegend – das ist genau das, was man sich für einen erholsamen Urlaubstag wünscht.
    Danke auch für die interessante Erklärung des Prozessionsspinners – so gesehen könnte es ruhig noch ein paar Tage richtig vom Himmel schütten!
    Aber nur ein paar Tage…
    Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht dir Rosie

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  3. Oh, da hast du eine richtig schöne Tour unternehmen können. Mit dem Moped, ist das richtig? Weil du vom Strampeln geschrieben hast, das hat mich etwas irritiert…
    Die Schwemmgebiete haben eine ganz eigene Schönheit. Vor allem bei wechselndem Wetter, wenn sich Sonne und Wolken in dem stehendem Wasser spiegeln.
    Die Eichenprozessionsspinnerraupen sind mir neulich beim Wandern begegnet. Warnschilder machten auf sie aufmerksam, aber der Weg war so angelegt, dass man sie kaum in weitem Bogen umgehen konnte. Hoffentlich macht das Wetter ihnen den Garaus…

    Liebe Grüße
    Kasia

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