Streetart im Spinnradl

Streetart-Betrachtungen bei unserem Abendspaziergang.

Das sind die letzten Schlammzeuge, die noch auf einem der Abstellplätze auf ihre Abholung warten. Da war nichts mehr zu retten – giftige Brühe in allen Hohlräumen, in den Sitzen …
Da haben manche ihr Fahrzeug am Abend vor dem Haus abgestellt, und am nächsten Morgen stand es irgendwo ein Stück die Straße hinunter.

Aber allmählich bekommt die Innenstadt wieder ein angenehmeres Gesicht. Die Fassaden sind zum Teil renoviert. In den ein oder anderen Läden ist neuer Estrich gelegt, verputzte Wände und vor allem – dieser fiese Schlammgeruch ist weg.

Diese Streetart hat es überlebt … nur der Weg davor ist weg:


Ein fröhlicher Anblick nicht wahr? Ein seltsamer Anblick – in diesem verrückten Jahr 2021. Da hat man sich auf den Sommer nach Corona gefreut … und dann das …


Denn allmählich kommen die Geschichten zur Sprache, für deren Erzählung man bis jetzt keine Zeit hatte – oder, die noch nicht reif waren, um darüber zu sprechen.
Sie erzählen von Alpträumen in der Nacht und von aufsteigender Panik, wenn der Sommerregen etwas kräftiger wird.
Sie erzählen von einem Zuhause, in das es keine Rückkehr mehr gibt; von Erinnerungen, die der Schlamm vernichtete und von Menschen, die ihr Leben lassen mussten.

Rolands Fotochallenge „gut“ scharffffchchch

Roland ist auf der Suche nach dem „Guten“
https://royusch-unterwegs.com/2021/09/26/projekt-wochentliche-fotochallenge-31/
Da mach ich doch gerne mit:



Also das Gericht ist wirklich gut scharf geworden … Knofi … Petersilie … Chilischote … in nicht zu heißem Olivenöl ziehen lassen.

Dazu Spaghetti und Reibekäse … am Liebsten einer, der Fäden zieht … das macht gut Spaß.

In der Hölle brennt kein Feuer



Ich bin mir da ganz ziemlich sicher: Die Hölle ist mit Efeu bewachsen – und alle, die in ihrem Leben nicht brav waren, werden mit mehr oder weniger scharfen Scheren ausgestattet, um Platz zu schaffen (die ganz Bösen müssen die bloßen Hände nehmen).
Und so schwitzen die Sünder und schnippeln und schnippeln und wenn sie nicht schnell genug sind, wächst ihnen das Zeug in die Ohren und Nasen und … jetzt geht die Phantasie mit mir durch (passiert schon mal).

Ja, ja – die Samuarai-Spinne kämpft sich nicht nur durch ihr Manuskript – sie kämpft sich auch durch das Grünzeug in ihrem Garten und freut sich auf die Dusche, die ihr Staub und trockene Pflanzenteile aus Haaren, Nase und Ohren spülen wird.
Warum in Dreiteufelsnamen sollte sie das Zeug nicht einfach ausrupfen- rotten- reißen?
Zum Einen müsste sie wahrscheinlich den ganzen Garten auf zwei Meter Tiefe von jeder Fitzel-Wurzel befreien, weil Efeu super-widerstandsfähig ist …

und außerdem…
scheint Efeu doch nicht so unwichtig zu sein:

Wegen seiner späten Blüte ist Efeu eine der letzten Nahrungsquellen für Bienen und Schmetterlinge.



Und seine zwischen Januar und April reifenden Früchte sind ein willkommenes Vogelfutter in der ausklingenden Winterzeit.


Also gut – überzeugt. Die Samurai-Spinne schwingt die Gartenschere nur so viel, dass ihr das Zeug nicht über den Kopf wächst.

Und außerdem – geht man nach den alten Göttern, so hat Efeu sogar eine besondere Bedeutung. Osiris, Bacchus und Dionysos waren in Darstellungen immer mit Efeu- und Weinlaub bekränzt. Die Menschen glaubten sogar, dass reichliches Vorkommen von Efeu auf göttliche Anwesenheit hindeuten würde.

In diesem Sinne … Platz für das Göttliche im Garten – und für mich!
Wir werden uns schon einigen – schließlich hat die Natur ihre Zusammenhänge, die für Menschen im ersten Moment nicht erkennbar sind, aus denen er jedoch lernen kann.

Die etwas andere Globalisierung


Wunderschön leuchtet es in einer Ecke meines Gartens. Seit vielen Jahren erfreut sie mich mit ihren grünen Blättern, den leuchtend roten Stängeln und schwarz glänzenden Beeren.
Aber Phytolacca acinosa, auch Asiatische Kermesbeere genannt, gehört eigentlich nicht hierher.


Phytolacca acinosa (Essbare Kermesbeere)

Da muss sich ein Vogel an dieser Stelle erleichtert haben – denn ich habe diese über einen Meter hohe Pflanze nicht dort eingesetzt.

Sie stammt ursprünglich aus Südostasien, wurde in deutsche Gärten importiert und weil das hübsch anzuschauende Gewächs so anspruchslos ist, kann es sich leicht weiter verbreiten.

In unseren südlichen Nachbarländern gilt dieser Neophyt mittlerweile als eingebürgert und man ist sich noch nicht ganz sicher, ob das gut ist. Mit ihren dicken Wurzeln macht sie sich ziemlich breit, und verhindert, dass andere Pflanzen keimen können; nicht einmal die ansonsten durchsetzungsstarke Buche kommt dagegen an.

Sie war schon vor über 2000 Jahren in China bekannt und man nutzte sie als Nahrungs- oder Arzneimittel. Die Beere wird in der traditionellen chinesischen Medizin unter anderem für die Behandlung von bronchialen Beschwerden und Ödemen eingesetzt.
Ihre Wurzeln haben ähnlich berauschende Wirkung wie die Schwarze Tollkirsche.

Das Triterpen-Saponin konzentriert sich vor allem in den Wurzeln und im Samen und hat eine psychoaktive Wirkung.

Ich hab sie jetzt hübsch fotografiert, etwas darüber erzählt … und jetzt kommt die Gartenschere zum Einsatz.

In diesem Sinne – Der Herbst klopft an!

Rolands Fotochallenge ‚Freude‘ – oder Rote Beeren 2.0

Jahaaa! Nach Wochen des Wartens wollte ich es ja schon aufgeben und mich einfach damit zufrieden geben, dass nett grüne Paprika an meinem Sträuchle hängen.

Ihr werdet es kaum glauben; aber in der Woche nach Rolands Warten-Challenge, als ich noch ein wenig an der Farbintensität meines Fotos herumgeschraubt hatte  😚 da ging’s los. So als wollten mir die Capsicums annuums zeigen – He! Hobbygärtnerin! Das war noch nicht alles! Jetzt geht’s lohooos!


Freude! Freude!

Und die restlichen schaffen das auch noch  🌶 🌶 🌶


Im Reifeprozess wird nun das grüne Chlorophyll abgebaut, und je nach Sorte entwickeln sich die Farben Rot, Gelb oder Orange.
Vor allem der Gehalt an Vitaminen ändert sich mit der Farbe; vom grünen Zustand bis zum roten ist er etwas doppelt so hoch, außerdem wird die Frucht bekömmlicher.