Wunderschön leuchtet es in einer Ecke meines Gartens. Seit vielen Jahren erfreut sie mich mit ihren grünen Blättern, den leuchtend roten Stängeln und schwarz glänzenden Beeren.
Aber Phytolacca acinosa, auch Asiatische Kermesbeere genannt, gehört eigentlich nicht hierher.


Phytolacca acinosa (Essbare Kermesbeere)

Da muss sich ein Vogel an dieser Stelle erleichtert haben – denn ich habe diese über einen Meter hohe Pflanze nicht dort eingesetzt.

Sie stammt ursprünglich aus Südostasien, wurde in deutsche Gärten importiert und weil das hübsch anzuschauende Gewächs so anspruchslos ist, kann es sich leicht weiter verbreiten.

In unseren südlichen Nachbarländern gilt dieser Neophyt mittlerweile als eingebürgert und man ist sich noch nicht ganz sicher, ob das gut ist. Mit ihren dicken Wurzeln macht sie sich ziemlich breit, und verhindert, dass andere Pflanzen keimen können; nicht einmal die ansonsten durchsetzungsstarke Buche kommt dagegen an.

Sie war schon vor über 2000 Jahren in China bekannt und man nutzte sie als Nahrungs- oder Arzneimittel. Die Beere wird in der traditionellen chinesischen Medizin unter anderem für die Behandlung von bronchialen Beschwerden und Ödemen eingesetzt.
Ihre Wurzeln haben ähnlich berauschende Wirkung wie die Schwarze Tollkirsche.

Das Triterpen-Saponin konzentriert sich vor allem in den Wurzeln und im Samen und hat eine psychoaktive Wirkung.

Ich hab sie jetzt hübsch fotografiert, etwas darüber erzählt … und jetzt kommt die Gartenschere zum Einsatz.

In diesem Sinne – Der Herbst klopft an!

19 Gedanken zu “Die etwas andere Globalisierung

    1. Wenn die gute Bedingungen finden, dann sind die bestimmt auch wanderlustig.
      Und viele in Europa heimische Pflanzen wurden seinerzeit mit den Aussiedlern nach Nordamerika gebracht.
      Solange sich die Neophyten nicht so vermehren, dass sie alles andere verdrängen, geht das ja.
      Liebe Grüße
      Sabine

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    1. Bei den verschiedenen Arten von Kermesbeeren ist auch die Konzentration der giftigen Stoffe unterschiedlich, und die wiederum konzentrieren sich vor allem in Wurzeln und Samen.
      Die Asien-Kermesbeere gehört (im Gegensatz zur Amerikanischen) zu den eher ungiftigen.

      An der Stelle, wo sie gerade bei mir wächst, stört sie nicht. Aber an anderen mag ich sie auch nicht haben und rupf sie mitsamt ihrer Wurzel raus.
      Wenn du sie ganz los haben willst, müssen die Wurzeln ausgebuddelt werden und am Besten in den Restmüll. Im Kompost sind sie womöglich wieder da.
      Aber in der Nähe von Brombeeren müssen sie nun wirklich nicht stehen 🤔
      Hier ist die Unterscheidung der beiden Arten ganz gut dargestellt:
      https://www.neobiota.steiermark.at/cms/beitrag/12775280/156566976/

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