Ich hab den Eindruck, als schaue mein kleiner Data etwas erstaunt, weil ich mich noch immer über die Spock-Spardose auf Marthas Blog freue.
Seit er mir vor über 25 Jahren als Mitbringsel aus den USA mitgebracht wurde, steht er auf meinem Schreibtisch und schaut zu, was ich so tue.



Ich glaube, nicht jeder kennt Lt. Commander Data aus der Serie ‚Star Trek‘. Er ist ein Android, der fast perfekt wirkt und auf alles superschnell eine Antwort hat – außer es handelt sich um menschliche Interaktionen.
Und weil er ein wissbegieriges ‚Individuum‘ ist, studiert er die Eigenheiten der Menschen sehr genau und versucht sie zu imitieren. Das kann zu sehr lustigen Szenen führen – doch es kommt auch vor, dass er zum Nachdenken anregt; vor allem wenn er die Widersprüchlichkeiten der Spezies ‚Mensch‘ ausleuchtet.


Captain, the most elementary and valuable statement in science, the beginning of wisdom, is, „I do not know“ … I do not know what that is, sir.

Dieses Zitat gefällt mir im Moment besonders gut. Es gebe immer eine Phase in der Naturwissenschaft, bei der man erst einmal sagen müsse – ich weiß es nicht. Genau hier läge der ‚Beginn von Weisheit‘.

Und jetzt?
Jo – jetzt haben wir eine neue Virusvariante – und ein Problem. Die Wissenschaftler wissen viel über seine Struktur; sie wissen, wie man einen Impfstoff herstellen kann; sie wissen, dass es das macht, was alle Viren tun – es mutiert fleißig vor sich hin.
Jetzt hat es sich dahingehend verändert, dass es sich so schnell verbreitet wie Masern – und jetzt wird es schwierig. Ab jetzt ist Schluss mit Wissen und es geht vor allem um Wahrscheinlichkeiten.
Selbst wenn es die Menschen nicht mehr so schnell in die Intensivstationen schickt wie seine Vorgänger – Vorbereitung ist angesagt; denn niemand weiß, wieviele Menschen werden tatsächlich krank (und die anderen Mutanten sind ja auch noch da).
Das betrifft vor allem Menschen aus dem Gesundheitssektor und aus den Bereichen der Infrastruktur. Die kann man nicht einfach so ins Homeoffice schicken.
Dabei geht es nicht nur darum, dass sich die Krankenhäuser mit Corona-Patienten füllen – es geht auch darum, dass jene, die jetzt Hilfe benötigen, sie nach wie vor bekommen.
Niemand der einen Herzinfarkt erleidet, hat die Zeit, um drei Stunden auf einen Transport zu warten. Kein von der Leiter gefallener Verletzte will stundenlang bis zur Versorgung ausharren …

Und was können wir tun?
Och – jede Menge. Wir können je nach den persönlichen Möglichkeiten Kontakte vermeiden und Mundschutz tragen und uns impfen lassen. Das ist nämlich wirklich sehr viel.

Ich hoffe, dass der menschliche Organismus bald gelernt hat, mit diesem Virus umzugehen. Möge es in den endemischen Zustand übergehen und sich in die Reihe der üblichen Grippeverdächtigen einreihen, gegen die man sich impfen lassen kann.

Doch ein weiteres Problem an der Sache ist, dass diese dynamisch ungewisse Situation von ein paar Menschen ausgenutzt wird, eben WEIL das Wissen um dieses Virus auf die bisherigen Erkenntnisse aufbaut. Dort wo sich wirkliche oder vermeintliche Lücken auftun, schlagen sie hinein – die Scharlatane, Wunderheiler und alle, die vorher schon an die Säulen der Demokratie pinkelten.
Was mich jedoch beruhigt – die Unzufriedenen sind in der absoluten Minderheit. Und der richtig große Teil trägt die Situation mit Fassung … mehr oder weniger; denn manche müssen wirklich darunter leiden. Danke dass ihr trotzdem dabei bleibt.


24 Gedanken zu “Data und die Freie Denkerin

  1. Dein Data ist echt cool! 🙂 Die „Enterprise-Spardose“ hätte es in mehreren Varianten gegeben, aber die mit Spock hat mir am besten gefallen. Wenn sie dir so gut gefällt, dann poste ich demnächst mal die Rückseite des guten Stücks. 😉
    Stimmt, die Mehrheit hält sich an die Regeln und tut alles Notwendige, um die Verbreitung des Virus zu unterbinden. Aber sie ist halt still, und deswegen erscheint es so, als wären diese permanent stänkernden, brüllenden, pöbelnden und randalierenden Quer“denker:Innen“ in der Überzahl. Nichts desto trotz, mich beruhigt es auch sehr, dass die Vernünftigen sehr in der Mehrheit sind.
    Liebe Grüße!

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    1. oh ja 😊 auf die Rückseite wär ich neugierig.
      Weil von den Ruhigen naturgemäß nicht viel zu hören ist und die nicht in Scharen durch die Straßen laufen, da dachte ich mir – die müssen jetzt doch mal kräftig betont werden.
      🌈🌹🍀✨
      In diesem Sinne
      liebe Grüße
      Sabine

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          1. Wenn die Menschen kein Geld verdienen müssen, um zu leben, so wie es bei Roddenberry angedacht ist, wird der materielle Status weniger wichtiger und die menschliche Wissbegier kann sich entfalten … die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch wenn es grad jetzt manchmal schwer ist, daran zu glauben … . Aber die Ewigkeit hat Zeit …

            Gefällt 1 Person

  2. Irgendwie kommt mir Data bekannt vor, so wie du ihn beschreibst. Ich glaube, die ein oder andere Folge habe ich früher wohl auch mal geguckt. 😄
    Was das andere Thema betrifft … hoffen wir, dass es in die richtige Richtung geht.
    Ich denke auch, dass die Vernünftigen in der Mehrzahl sind. Die Ruhigen fallen nur nicht so auf, weil sie keinen Krawall machen. Die in der Unterzahl „müssen“ scheinbar Krawall machen, um aufzufallen.
    Liebe Grüße,
    Martina

    Gefällt 2 Personen

    1. Ist ja oft so … meist machen sich nur die Unzufriedenen bemerkbar – manche könne dann auch (sehr) unangenehm werden.
      Ich finde allerdings, dass das Thema von Seiten der Verantwortlichen nicht immer gut kommuniziert wurde.
      Am meisten ärgert mich, dass Wissenschaftler schon seit Jahren warnen, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis so ein Virus auftaucht und durch die Welt geschickt wird. Und doch waren die wenigsten Staaten auf so etwas vorbereitet.
      Ich hoffe mal, dass das menschliche Gedächtnis in dieser Hinsicht nun etwas nachhaltiger arbeitet (hab allerdings so meine Zweifel).
      Liebe Grüße
      Sabine

      Gefällt 1 Person

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