Vor ein paar Tagen bekam ich meine dritte Impfung – dieses Mal mRNA von Moderna. Es fühlte sich an wie bei den anderen Trainingseinheiten: Am ersten Tag ein Gefühl, als komme eine Grippe auf, und am zweiten und dritten war ich müder als sonst. Dazu schmerzte der Oberarm ein wenig – aber auch das war schnell vorbei.



Wieder einmal bin ich fasziniert von dem, was so ein Körper dann leistet – ich hab’s schon mehrfach beschrieben:
https://spinnradl.wordpress.com/2021/08/20/impfung-die-zweite-mit-mrna-vehikel/

Dieses Mal möchte ich allerdings auf etwas Anderes hinaus. Pandemien sind ja nichts Überraschendes. Sie kommen nicht so regelmäßig wie Weihnachten und Ostern – es gab sie schon immer – und es werden sich wieder andere aufbauen.
Es liegt allerdings in unserer Hand, zu welchem Berg sie sich auftürmen … zu einem mit leichtem Schuhwerk begehbaren Mittelgebirge oder zu einem Himalaya, bei dem es Steigeisen und Sauerstoff braucht.

2002 wurden erste atypische Lungenentzündungen in China beobachtet und man nannte die Infektionskrankheit SARS – schweres akutes Respiratorisches Syndrom (severe acute respiratory syndrome). Bakterielle Erreger konnten nicht die Auslöser sein – denn es halfen keine Antibiotika. 2003 wurde man fündig und identifizierte ein neues Coronavirus. Das Beunruhigende war, dass 25% der im Militärkrankenhaus betreuten Patienten bleibende Schäden nach ihrer Entlassung zeigten. Seitdem wird seine Reise um die Welt beobachtet: https://www.dw.com/de/ein-virus-reist-um-die-welt/a-961107

Die WHO hatte es 2003 als Bedrohung eingestuft; aber es ist schwierig Menschen auf etwas vorzubereiten, wenn die Probleme so abstrakt erscheinen. Was hat man die Augen gerollt, als Schweinegrippe und Vogelgrippe auftauchten … es sei ja in Europa zum Glück nicht viel passiert … und was habe das überhaupt mit dem Menschen zu tun …
Doch Epidemiologen mahnen schon lange, man müsse sich vorbereiten.
https://www.dw.com/de/vogelgrippe-zwingt-zum-umdenken/a-1725252

Aber für dieses Mal ist das Influenza-A-Virus der Vogelgrippe aus dem Schneider. Es war ein Coronavirus, das durchstartete (und das auch noch exponentiell – Mathe lässt grüßen).
Wir leben in einer fast grenzenlosen Welt. Reisende können jede Menge zusätzlich mit sich herumtragen – von Bettwanzen bis Viren …
Auf Flughäfen sammelt sich das Leben, um sich wieder in alle Himmelsrichtungen zu verteilen.
Auf solche globalen Probleme kann es nur globale Antworten geben, denn dieses Virus hat viele Schwachstellen aufgedeckt. Angefangen bei der Kommunikation über die Produktion und Verteilung von Impfstoffen.
Auf lokaler Ebene müsste man die Gesundheitssysteme unter die Lupe nehmen und die Art und Weise, wie die Bürger aufgeklärt werden.
Was mindestens genauso wichtig ist – das Zusammentragen von Wissen, wie es zu solchen Viren kommt … hier ist die Tierhaltung ein wichtiger Faktor.
Und ich denke, eine Neujustierung des Wirtschaftslebens wäre nicht übel … aber das gäbe Material für einige Blogartikel.
Wen es interessiert – ich hab mal bei einem Essaywettbewerb einen Text im Rahmen des Engels-Jubiläums geschrieben. Ich hab zwar nix gewonnen, aber die Beschäftigung mit diesem Thema war superspannend:
https://www.dieboerse-wtal.de/engelsessay/Wettstreit-der-Systeme.php

11 Gedanken zu “Phase 3 eingeläutet – Immunsystem ist trainiert

  1. Erstaunlich ist ja auch, wie unterschiedlich die Reaktionen auf die Impfung ausfallen. Ich hatte immer das Gefühl, ein Placebo bekommen zu haben, und konnte bei Nebenwirkungen bei allem guten Willen nicht mitreden. Dabei ist eine leichte Reaktion, wie du sie beschreibst, vielleicht eher beruhigend.
    Und ja, die Krisen lassen die Leute kalt, solange sie sich weit weg von ihnen abspielen. „Man“ hätte es wissen müssen und besser vorbereitet sein sollen. Hoffen wir, nach dieser Runde, die nun wirklich alle betroffen hat, ändert sich da was in Bezug auf zukünftige Vorsorge und Problemhandling.
    Ich wünsche ein erholsames, coronafreies Wochenende! LG Anke

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    1. Ich fand es auch nicht sehr einschränkend. Den meisten Leute, die ich so kenne, ging es ähnlich.
      Das Problem ist ja auch, dass die Strategien immer wieder angepasst werden müssen. Bei vielen Menschen kommt das so an, als wüssten die Wissenschaftler nicht recht, was sie da tun. Aber das ist ja nichts Ungewöhnliches in solch einer dynamischen Situation.
      Ich wünsch dir auch ein angenehmes Wochenende
      Liebe Grüße
      Sabine

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  2. Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Studie, die zeigt, dass (deutliche) Impfreaktionen auch auf einem „Nocebo Effekt“ beruhen koennen, also nicht durch den Impfstoff selbst verursacht sind. Hatte ich bisher noch nicht gewusst. Kommt uebrigens nicht nur bei Corona-Impfungen vor.
    Uebrigens: bei mir war nach dem Booster nur die Gegend um die Einstelle fuer ein paar Tage druckempfindlich. Mary hat etwas mehr gefuehlt: sie war zwei Tage lang schlapp und muede. Das war aber auch schon Alles.
    Liebe Gruesse, und bleib‘ gesund,
    Pit

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  3. Liebe Sabine,
    da wir nach den ersten zwei Impfungen rein gar nichts merkten, meinten wir schon, dass die Impfungen bei uns nicht gewirkt haben, allerdings war das dann bei der dritten Impfung anders. Da wir an einem Forschungsprojekt der Universität Oxford teilnehmen, wo wir nicht nur den normalen Test machen, sondern auch vierzehntäglich Blut abgeben, wissen wir, dass unser Körper auch ohne spürbare Reaktion genügend Antikörper gebildet hat.
    Mit lieben Grüßen von der heute stürmischen und sonnigen Küste
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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