Regel Nummer eins wenn der Niesreiz übermächtig ist:
In die Armbeuge niesen!
Wir auf der Erde wissen das ja – aber die Sonne? Die interessiert das blaue, sie umkreisende Murmelchen nicht.


Gesundheit!!!

Und noch weniger interessiert sie die Krümel, die um das blaue Murmelchen kreisen. Jetzt hat die Sonne eine Runde kräftig geniest und mit ein paar kräftigen Sonneneruptionen 40 von diesen Krümeln „abgeschossen“.

Sie ist ständig in Bewegung – unsere Leben spendende Sonne – ein Plasmaball aus negativen Elektronen und positiven Ionen. Dabei wird ein Magnetfeld induziert, bei dem sich Magnetfeldschläuche nach außen wölben. Manchmal berühren sich die Schleifen beim Verdrehen und es kommt zu einer Rekonnexion. Die Magnetfeldstruktur ändert sich abrupt und es wird eine große Menge Energie freigesetzt. Und weil die magnetische Orientierung entgegengesetzt ist, wird die Schleife mitsamt dem eingeschlossenen Material fortgeschleudert.
Bei Wikipedia gibt’s ein hübsches Video dazu.

Für die blaue Glitzermurmel, auf der wir leben, ist das nichts Neues. Dabei werden ab und zu die äußeren Schichten der Atmosphäre aufgewärmt und wenn wir Glück haben, können wir Polarlichter bestaunen.
Unsere neuere Technik kommt allerdings nicht gut damit zurecht.
1859 fand das erste größere Ereignis statt, das Menschengemachtes beeinflusste. Damals traf ein heftiger Sonnensturm auf die Erde und die Telegrafenleitungen in Nordamerika und Europa schlugen Funken. Polarlichter waren bis in die Karibik zu sehen.

Diesmal war die Eruption nicht so stark – aber unsere Technik ist angreifbarer geworden. Das Neueste ist das Starlink-Projekt von Elon Musk:
Tausende Satelliten sollen die Erde umkreisen und für weltweit lückenlosen Internetempfang sorgen.

Im Prinzip keine schlechte Idee. Beim Hochwasser in der Eifel konnte Musk aushelfen, weil die gesamte Infrastuktur im Ahrtal zusammengebrochen war.
Die Sache hat allerdings einen Haken – oder besser gesagt – tausende Haken. Zum Einen fliegt ohnehin jede Menge Müll dort oben herum und das Fenster zum All für Radioteleskope beginnt sich zu schließen.
Zum Anderen kann eine Sonneneruption große Zerstörungen anrichten.

Und genau das war jetzt ein Vorgeschmack. 40 Starlink-Satelliten werden demnächst in der Erdatmosphäre verglühen und Elon Musk um ein paar Millionen leichter machen.

So eine Sonneneruption kann aber auch schlimmere Auswirkungen haben und zum Beispiel Satelliten lahmlegen, an denen die Navigationssysteme hängen.

Also was lernen wir daraus?
Nicht nur beim Autofahren die passenden Straßenkarten im Fahrzeug mitführen … auch beim Wandern die Wanderkarte nicht vergessen. Ihr wisst schon – das sind diese unhandlichen Papierlappen mit den Strichen und Punkten … und passt auf, dass ihr Wanderpfade nicht mit Höhenlinien verwechselt.


Also immer schön in die Armbeuge niesen – aber ich denke, dass wir die Gesichtsverkleidung bald weglassen dürfen.

9 Gedanken zu “Sonne, Corona und die Armbeuge

  1. Schon spannend, wie unser Heimatstern tickt. Und beunruhigend, wie fragil die schöne neue digitale Welt ist, angesichts dessen. Ja, wohl dem, der noch Karten lesen kann 😉 Wobei – wenn es richtig rappelt, reichen Wanderkarten…

    Masken – werde ich so schnel nicht ablegen, gute Sache, eigentlich. Sieht Scheiße aus, macht aber in Menschenansammlungen durchaus Sinn, nicht nur wegen Corona.

    Liebe Grüße, Reiner

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    1. Ja wir leben auf einer fragilen, kleinen Welt – von der Sonne aus betrachtet 🌞 da relativiert sich auch so manches …

      Früher hat man noch über die asiatischen Touristen gelächelt, weil die oft mit Masken unterwegs waren … jetzt wissen wir warum.
      Ich bin ja auch fleißige Maskenträgerin – aber ich denk, wenn der endemische Zustand erreicht ist, werd ich sie nicht mehr tragen. Und gegen die fiesen Sachen bin ich geimpft.
      Aber ich werd es nicht mehr belächeln, wenn jemand sie trägt – denn wir wissen ja jetzt, dass sie wirkt.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  2. Also ich bin da etwas skeptisch mit „bald keine Masken mehr tragen “
    da werde ich zu den letzten Trägern gehören, die sie abnehmen, zumindest in dichten Menschenansammlungen, na wir werden sehen.
    Liebe Grüße
    Ach ja, und wieder schön geschrieben ist dein Post !

    Gefällt 1 Person

  3. Der Anblick und das Tragen von Mund-Nasen-Masken ist mir schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich abends beim Fernsehen immer stutzig werde, wenn in einer Doku unmaskierte Menschenansammlungen gezeigt werden. Da muss ich dann immer nachschauen, in welchem Jahr das gedreht worden ist. 😉
    So kann ein vergleichsweise kleiner „Sonnenschnupfen“ die hochfliegendsten Pläne eines Multimilliardärs zum Scheitern bringen. Darin liegt irgendwie viel universelle Weisheit…

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    1. Das Problem hatten wir mal vor vielen Jahren – mit einem Navi, das eigentlich für Fahrradtouren gedacht war. Da war das Display auch noch nicht so gut … das sah schon irgendwie aus wir ein Waldweg 🤔 dann wurde das immer enger … steiler … bis wir’s merkten. Aber schön war’s trotzdem – vor allem lustig 😄

      Gefällt 1 Person

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