Ganz klein zwischen Giganten

Wir waren für ein paar Tage unterwegs, um Verwandte zu besuchen. Und weil ich gerne das Angenehme mit dem Noch-Angenehmeren verbinde, fuhren wir mit den Radln … öhm, räusper … den Motorradln.




Satteltaschen
Hecktasche
Tankrucksack
(für Kram
der griffbereit sein soll)



Das Wetter war ziemlich perfekt, und weil die Route über 400 km beträgt, nudelten wir ein paar Abschnitte auf der Autobahn.
Eigentlich mag ich das nicht so sehr – man bewegt sich kaum, die Beinchen möchten schnell einschlafen und über allem schwebt: Hoffentlich zieht das jetzt nicht auf meine Spur …
Aber – die ganze Fahrt verlief wunderbar – die Autobahnmitbenutzer waren dezent unterwegs.
Eine Tour war unter der Woche – da kann man sich schon mal ziemlich klein fühlen: LKWs noch und nöcher auf der Bahn.
Die andere Tour war am Wochenende – da fühlt man sich auch manchmal ziemlich klein: LKWs noch und nöcher auf den Autobahn-Parkplätzen.





Und da standen wir dann, mitten drin, machten uns noch kleiner und mümmelten unsere mitgeführten Brote – während sich zwei Plätze weiter ein paar Trucker zusammengefunden hatten und im Windschatten eines der Giganten speisten und plauderten.
Neugierige Blicke – freundliches Grinsen und Grüßen.
Im Führerhaus hinter uns werden Vorhänge zugezogen – Zeit für ein Schläfchen.

Kein einfaches Leben – so als LKW-Fahrende. Dicht gepackte Zeitpläne, Familie womöglich wochenlang nicht gesehen, reich wird man damit auch nicht – und doch – sie sind wichtig – wirklich wirklich wichtig.


Deshalb – hier ein spezieller Gruß. Ohne die rollenden Giganten würden wir beim Einkaufen, Heimwerken oder Sonstigem ziemlich blöd aus der Wäsche schauen.



Wurzelsucher für den Urlaubsreader

Urlaub ist ja Lesezeit, und viele Leute packen sich gerne was auf ihren Reader – jede Menge Auswahl auf kleinem Platz.


Und weil die Werke unbekannter Selfpublisher sich nicht einfach so verbreiten wie die Schirmchen vom Löwenzahn …


… veranstalte ich hier eine Urlaubsaktion.


Für die nächsten zwei Wochen (20. Mai bis 03. Juni) ist mein Buchdie Wurzelsucher*hier* mehr zum Inhalt auf allen gängigen Plattformen für 0,0 € runterladbar.


Ich hab die wichtigsten Plattformen durchgeschaut … es hat bis jetzt bei fast allen funktioniert – nur amazon ist etwas spät; aber vielleicht wird das ja noch.

Allein unterwegs im Mai 2.0 … Waldwechsel

Mein letzter Beitrag kam ja direktemang aus dem Wald – zwischen zwei Funklöchern. Das Eifelgold stand in voller Blüte und verbreitete wunderbaren Duft. Der kann allerdings etwas betäubend wirken, wenn man mitten drin steht und die Sonne alles schön aufwärmt.

In den Wäldern fallen zur Zeit große, braune Flecken zwischen jungem Laubwaldgrün auf – dort wo alte Fichten dahindörren. Das sieht ziemlich traurig aus, aber in Wirklichkeit ist es ein naturnaher Vorgang, den die Holzindustrie natürlich bedauert; denn Fichten wachsen schnell und gerade in die Höhe und lassen sich prima maschinell ernten und bearbeiten. Für Sägewerke bedeutet die Umstellung auf anderes Holz ein dickes Brett, das sie noch zu bohren haben 😉
Hier ein interessanter Artikel der Deutschen Welle.

Fichten wurden nach dem zweiten Weltkrieg aus der Not heraus gepflanzt; denn zu Kriegszeiten wurde jede Menge davon gebraucht – es musste also für schnellen Nachschub gesorgt werden. Der Bestand an Eichen, Buchen & Co war schon vorher ziemlich dezimiert – sie waren zu Holzkohle verarbeitet worden.
Also pflanzte man große Monokulturen an Fichten, ein Baum dicht neben den anderen; schon nach 80 Jahren können sie geerntet werden.
Seinerzeit wurde jedoch nicht darüber nachgedacht, dass diese Baumart in vielen Zonen Deutschlands ungeeignet ist. Sie bildet keine tiefen Wurzeln – es sollte also nicht zu nass und nicht zu trocken sein. Sie bevozugt Regionen mit richtigen Wintern, mit von Schnee nass gehaltenem Boden und Kälte, die Schädlinge abtötet.
Anbauart und der Klimawandel haben ihnen nun den Rest gegeben. Stürme und Starkwetterereignisse lassen sie knicken wie Mikadostäbchen oder es hebelt sich das ganze Wurzelwerk mit heraus.

Förster und Waldwirtschaft wissen das schon seit geraumer Zeit und versuchen, sich auf zukünftige Klimaänderungen vorzubereiten. Man ist auf der Suche nach den passenden Baumarten, am Besten mehrere unterschiedliche; denn selbst die heimische Buche bekommt Stress, wenn die Trockenzeiten zu intensiv sind.

In der Eifel kann man die Bemühungen immer wieder sehen. Es werden abschnittsweise Nadelbäume entfernt und durch Laubbäume ersetzt:



Hier wurden Fichten von einem Sturm umgefegt


Links noch der alte Fichtenbestand – während sich von rechts Laubwald ausbreitet. Es wird wenige Jahre dauern, dann werden nur noch ein paar Stümpfe im jungen Mischwald daran erinnern, dass sich hier eine Monokultur befand.



Junge Buchen, Birken und Eichen mit Ginster in voller Blüte


Irgendwo darunter befindet sich der Wanderweg …


Und so sieht das dann aus, wenn ich mich ‚allein unterwegs‘ dort herumtreibe, wo sonst kein Mensch wandert.
Alles gut gegangen – nur noch ein paar Harzflecken an meiner Hose erinnern an die Kletterei.

„Familie Barbapapa“ ist umgezogen

Kennt noch jemand die Familie Barbapapa? Das ist mir spontan eingefallen, als ich meine Wassertonnen-Ausbeute an Topinambur nach dem Abschrubben auf dem Holzbrett drapierte:



Kinderbücher und Zeichentrickfilme erzählten die Geschichten von Knetgummi-Wesen, die sich in alles Mögliche verwandeln können. Sie sehen in ihrer urspünglichen Form aus wie Birnen – jede hat ihre eigene Bonbon-Farbe und sie haben lustige Namen wie Barbamama, Barbapapa, Barbabella, Barbarix, Barbabo ….

Diese Namen leiten sich übrigens vom französichen Wort für ‚Zuckerwatte‘ ab:
barbe á papa

Meine ausgegrabene Familie ist jedenfalls voll öko braun geschuppt – und lecker. Ich hab ordentlich tief gewühlt, denn aus jedem übrig gebliebenen Wurzelrest gibts neue Knöllchen, die dann die Herrschaft über die Wassertonne übernehmen.


Jetzt hat der Bottich neue Bewohner: Mangold und Palmkohl. Ich kann ganz nach Bedarf unten die Blätter abschneiden – oben wachsen immer neue nach.

Ende März 2022




Tadaaa!
Es wächst …


Mal überlegen … was könnte ich damit anstellen … Mangoldrisotto … Makkaroni mit Mangold, Palmkohlstreifen und veganes Hack …


Angeblich stellte man früher aus der Sprossachse des Palmkohls Spazierstöcke her … ich werde berichten.