Mein letzter Beitrag kam ja direktemang aus dem Wald – zwischen zwei Funklöchern. Das Eifelgold stand in voller Blüte und verbreitete wunderbaren Duft. Der kann allerdings etwas betäubend wirken, wenn man mitten drin steht und die Sonne alles schön aufwärmt.

In den Wäldern fallen zur Zeit große, braune Flecken zwischen jungem Laubwaldgrün auf – dort wo alte Fichten dahindörren. Das sieht ziemlich traurig aus, aber in Wirklichkeit ist es ein naturnaher Vorgang, den die Holzindustrie natürlich bedauert; denn Fichten wachsen schnell und gerade in die Höhe und lassen sich prima maschinell ernten und bearbeiten. Für Sägewerke bedeutet die Umstellung auf anderes Holz ein dickes Brett, das sie noch zu bohren haben 😉
Hier ein interessanter Artikel der Deutschen Welle.

Fichten wurden nach dem zweiten Weltkrieg aus der Not heraus gepflanzt; denn zu Kriegszeiten wurde jede Menge davon gebraucht – es musste also für schnellen Nachschub gesorgt werden. Der Bestand an Eichen, Buchen & Co war schon vorher ziemlich dezimiert – sie waren zu Holzkohle verarbeitet worden.
Also pflanzte man große Monokulturen an Fichten, ein Baum dicht neben den anderen; schon nach 80 Jahren können sie geerntet werden.
Seinerzeit wurde jedoch nicht darüber nachgedacht, dass diese Baumart in vielen Zonen Deutschlands ungeeignet ist. Sie bildet keine tiefen Wurzeln – es sollte also nicht zu nass und nicht zu trocken sein. Sie bevozugt Regionen mit richtigen Wintern, mit von Schnee nass gehaltenem Boden und Kälte, die Schädlinge abtötet.
Anbauart und der Klimawandel haben ihnen nun den Rest gegeben. Stürme und Starkwetterereignisse lassen sie knicken wie Mikadostäbchen oder es hebelt sich das ganze Wurzelwerk mit heraus.

Förster und Waldwirtschaft wissen das schon seit geraumer Zeit und versuchen, sich auf zukünftige Klimaänderungen vorzubereiten. Man ist auf der Suche nach den passenden Baumarten, am Besten mehrere unterschiedliche; denn selbst die heimische Buche bekommt Stress, wenn die Trockenzeiten zu intensiv sind.

In der Eifel kann man die Bemühungen immer wieder sehen. Es werden abschnittsweise Nadelbäume entfernt und durch Laubbäume ersetzt:



Hier wurden Fichten von einem Sturm umgefegt


Links noch der alte Fichtenbestand – während sich von rechts Laubwald ausbreitet. Es wird wenige Jahre dauern, dann werden nur noch ein paar Stümpfe im jungen Mischwald daran erinnern, dass sich hier eine Monokultur befand.



Junge Buchen, Birken und Eichen mit Ginster in voller Blüte


Irgendwo darunter befindet sich der Wanderweg …


Und so sieht das dann aus, wenn ich mich ‚allein unterwegs‘ dort herumtreibe, wo sonst kein Mensch wandert.
Alles gut gegangen – nur noch ein paar Harzflecken an meiner Hose erinnern an die Kletterei.

5 Gedanken zu “Allein unterwegs im Mai 2.0 … Waldwechsel

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