Wuppertal und Waldfrieden

Eigentlich ist die Fahrt nach Wuppertal schon zwei Jahre her. Aber Myriades Beitrag über Tony Craggs Ausstellung in der Albertina ließ mich in unseren Fotodateien stöbern.




Immer wieder gab’s Berichte über diesen Skulpturengarten. Und immer wieder dachten wir – da müssen wir unbedingt hin. Im Juni 2020 machten wir uns auf den Weg. Wuppertal selbst ist schon ein eigener Beitrag wert – das werd ich noch nachholen.
Tony Cragg kommt aus einem Elternhaus, das wenig künstlerisch orientiert war (Hier ist ein Interview, in dem er darüber erzählt hat). Eigentlich hatte er eine Ausbildung zum Labortechniker gemacht – aber irgendwann bahnte sich die Kunst ihren Weg in sein Leben (sehr zum Leidwesen des Vaters). Er studierte Anfang der 70er in Großbritannien ‚Art and Design‘ und verlagerte in den folgenden Jahren sein Interesse vom Malerischen zum Plastischen. Zum Ender der 70er führte er ein zurückgezogenes Leben in Wuppertal, um sich ganz auf seine Arbeit zu konzentrieren. Seit den 80ern ist er ein wichtiger Protagonist in der internationalen Kunstszene.
2006 erwarb er die denkmalgeschützte Villa Waldfrieden und richtete im dazugehörenden großen Park den Skultpturenpark ein. Dort kann man nun Werke von Tony Cragg und anderen internationalen Bildhauern sehen; außerdem gibt es immer wieder wechselnde Sonderausstellungen.



Seine Skulpturen sind wirklich faszinierend. Ich betrachte sie, umrunde sie langsam und sie scheinen sich zu verändern. Ich sehe Gesichter und sich windende Körper und alles eingebettet in diesen wunderschönen Park mit seinen Wiesen, Sträuchern und Bäumen.

Gemischte Gefühle



Freude in der nicht so kleinen Stadt. Die Läden, Cafés und Restaurants kehren zurück. Es gibt zwar noch immer Häuser, die ziemlich lädiert aussehen, manches wirkt etwas provisorisch und die Fußgängerzone wurde an den Stellen, wo die Wasser Pflastersteine herausgerissen hatten, einfach asphaltiert. Aber um Ästhetik kann man sich später kümmern.

Mich freute besonders, dass die Stadtbibliothek ihr Sommerprogramm nach diesem Katastrophensommern wieder veranstalten konnte. Auch sie war durch das Hochwasser stark betroffen.
Nach der Wiedereröffnung am 2. Mai ging es wieder los und der Sommerleseclub 2022 fand im Juni, Juli statt. Es gab Erzähl- und Schreibwerkstatt, Spieletage, Tabletrallyes, Fotowerkstatt und vieles mehr.



Wir leben in einer Phase der Extreme.
War es letztes Jahr etwas viel Erft und Veybach …



… ist es heuer ziemlich wenig … um nicht zu sagen: in der Erft ist nix. Das hab ich in den dreißig Jahren, in denen wir hier wohnen, noch nie erlebt.



Jetzt hofft man natürlich, dass der Regen, der irgendwann kommen möge, nicht zu stark herabstürzt. Die Böden sind trocken und nahezu undurchlässig.


Möge der Regengott ein Einsehen haben, auf dass das Land wieder aufatmen kann und sich die Flüsse durch grüne Auen schlängeln.


Ich hab schon lange keine Schirme mehr gesehen …

Die Grußfrequenzen sind offen …

So manche hier kennen sie – die einzige Schwarze auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise. Und nicht nur das … nein, sie gehörte als Lieutenant Uhura zu den Führungsoffizieren.

Als Kind war ich fasziniert, wie sie mit ihren langen Fingernägeln treffsicher die Tastaturen bediente und in der Folge „Platons Stiefkinder“ passierte etwas, von dem ich erst Jahre später erfuhr, dass es eine mutige Entscheidung war:
Uhura und Captain Kirk sollten sich küssen! Manche sagen, es sei der erste interraciale Kuss im Fernsehen gewesen – stimmt aber nicht, das gab’s schon zehn Jahre vorher. Der anschließende Skandal fiel allerdings nicht so groß aus wie befürchtet.



Bevor sie 1966 die Reise auf dem Raumschiff Enterprise begann, arbeitete sie als Tänzerin und Sängerin, trat mit Musikern wie Duke Ellington und Lionel Hampton auf, spielte am Broadway; doch Lieutenant Uhura machte sie international bekannt.
Eigentlich wollte sie nach der ersten Staffel aussteigen; aber Martin Luther King überredete sie seinerzeit mit dem Argument, dank Uhura würden die Menschen Schwarze Amerikaner so sehen, wie sie werden sollten – nicht nur als Hausmädchen.

Nun hat sie ihre letzte Reise angetreten – Nichelle Nichols starb am 30. Juli 2022 mit 89 Jahren.