Noch mehr Kopfweiden

Im letzten Beitrag erz├Ąhlte ich, dass wir ein wenig Auszeit an der niederl├Ąndischen K├╝ste verbracht hatten. Und was macht man im Fahrradfahrer-Paradies?

Man schaut sich
die Umgebung
vom Drahtesel aus an.


Wobei wir ziemlich oldschool unterwegs waren – einfach nur mit Muskelkraft. Allerdings gab es den ein oder anderen Moment … wenn wir gegen den Wind anradelten und ich das Gef├╝hl hatte, irgendein niederl├Ąndischer Kobold h├Ąnge an meinem Gep├Ącktr├Ąger und mache den Bremser … in solchen schwei├čtreibenden Momenten kam mir dann doch in den Sinn, so ein kleines Elektro-Mot├Ârle w├Ąr doch nicht schlecht. Am Ziel angekommen bin ich jedoch stolz auf mich – HA! – hab’s ohne geschafft.

Von wegen Kobold – jetzt kommt der eigentliche Grund f├╝r den Beitrag – ich w├╝sste auch, wo die sich wohlf├╝hlen k├Ânnten:





Juni 2022 – wieder zur├╝ck

Hier war’s still in den letzten zwei Wochen, denn wir waren ein wenig unterwegs. Mit dem kleinen Puck



F├╝r zehn Tage ankerten wir auf einem direkt hinter dem Deich liegenden, niederl├Ąndischen Campingplatz, genossen die Sandstr├Ąnde und freuten uns am spitzenm├Ą├čigen Fahrrad-Wegenetz.

Dazu geh├Ârte auch, dass das Highspeed-Volumen auf meinem Handy nicht f├╝r die ganze Zeit reichte, und ich nur noch ab und zu und mit viel Wartezeit Nachrichten konsumieren konnte.
Ja – es ist wichtig sich zu informieren; aber die Nachrichten werden nicht besser, wenn ich sie zehnmal am Tag durchklicke.

So ganz will mir der Grund f├╝r diesen Krieg (Ja, es ist ein Krieg und keine Spezialoperation) nicht verst├Ąndlich werden. Immerhin bin ich mit dem Versprechen aufgewachsen, dass die Welt eine friedlichere wird, wenn sie m├Âglichst viel Handel treibt und alle miteinander vernetzt sind. Nat├╝rlich ist das menschliche Miteinander alles andere als perfekt – aber f├╝r eine gewisse Zeit sah es doch so aus, als w├Ąr man auf einem nicht ├╝blen Pfad.

Es gibt ein Video von der Deutschen Welle von 2019, wo die vielen positiven Entwicklungen gezeigt werden:
Und die Welt wird doch besser!

Und jetzt? Jetzt m├Âchte ein kleiner Mann, der ein bereits gro├čes Reich beherrscht, sein Reich noch etwas gr├Â├čer machen, seinen Einfluss erweitern. Und was er gar nicht vertragen kann: Wenn die Macht in mehr als nur seinen zwei H├Ąnden liegt. Das Problem dabei ist, dass er damit nicht alleine ist. Gewaltenteilung schmeckt nicht jedem Pseudo-Demokraten.
Ich w├╝rde die Menschen, die diesen Film kreiert haben gerne mal fragen, wie sie die jetzige Situation sehen ÔÇŽ

Mit diesen Gedanken fuhr ich also in den Urlaub …



So richtig genie├čen konnte ich die Sch├Ânheit der Natur erstmal nicht … die Vorstellung, dass es so viele Menschen in den Industriel├Ąndern gibt, die tats├Ąchlich nach einem starken Mann rufen und die „Spezialoperation“ richtig finden ersch├╝ttert mich schon fast.

Nat├╝rlich ist eine Demokratie, die auf Gewaltenteilung beruht tr├Ąger und komplizierter … aber die Geschichte hat gezeigt, dass es noch nie gut war, wenn Machtbereiche sich nicht gegenseitig kontrollieren.
Ich denke, ich werde noch ├Âfter – aber dosiert – dar├╝ber nachdenken m├╝ssen.

Aber diese zehn Tage brachten dann doch etwas Entspannung …





Der Blick klarte auf – wir werden sehen, was kommt. Die Menschen haben im Laufe ihrer Entwicklung immer wieder Krisen durchgemacht, und aus jeder Krise ist etwas Neues entstanden. In diesem Sinne:

Furchtbar fruchtbar

Es regnet und in meinem Garten w├Ąchst und sprie├čt das Gr├╝nzeug … bald brauche ich eine Machete, um mich durchzuschlagen.
Aber nicht nur die Pflanzen gedeihen … nein – auch so manche Tierchen sind flei├čig:



Erwischt!


Und w├Ąhrend ich den beiden bei ihrem Tun zuschaue (eigentlich passiert ja nicht viel, die Betrachtung hat eher etwas Meditatives), ├╝berlege ich mir — da war doch was — Regenw├╝rmer sind n├╝tzliche Erdw├╝hler, sie lockern den Boden und transportieren N├Ąhrstoffe, und doch sind sie nicht ├╝berall beliebt …

An meinem Computer finde ich den Artikel ├╝ber die Invasion wieder: In den nordamerikanischen W├Ąldern – vor allem Kanada – gab es keine Regenw├╝rmer, bis die ersten europ├Ąischen Siedler ankamen.
Die vor ca 20.000 Jahren zu Ende gehende Wisconsin-Eiszeit hatte die W├╝rmer abget├Âtet und es entstand eine Streuschicht aus Pflanzenmaterial, die von Pilzen und Mikroorganismen zersetzt wurde. Von ihr leben zahlreiche Amphibien, Insekten und V├Âgel; Keimlingen bietet die Schicht Schutz, damit sie die ersten Jahre gut ├╝berstehen.

Das funktionierte so lange, bis der Mensch ├╝ber Wurzelballen importierter Pflanzen W├╝rmer einschleppte. Zu allem ├ťbel verteilte er sie auch noch in die unber├╝hrte Natur, indem er ├╝briggebliebene K├Âderw├╝rmer einfach zur├╝cklie├č.
Sie haben keine Feinde, also k├Ânnen sie sich prima vermehren. Nun tummeln sich in manchen Gegenden mehr als doppelt so viele Tiere pro Quadratmeter wie in deutscher Walderde.

Was f├╝r die Regenw├╝rmer das Schlaraffenland bedeutet, ist f├╝r Teile des nordamerikanischen ├ľkosystems eine Katastrophe. In manchen Gebieten reduzierte sich die Biomasse aus Spinnen, Insekten etc. um fast 30%, die Bodenvegetation verschwand und damit werden auch Blumen, V├Âgel und Kleinsttiere seltener.

Die Regenwurm-Invasion wird man nicht aufhalten k├Ânnen, und sie geschieht f├╝r die einheimische Fauna und Flora zu schnell, als dass sie sich darauf einstellen k├Ânnte.
So bleibt f├╝r die Wissenschaftler nur, das Geschehen zu beobachten, um daraus zu lernen …

… Lernen von der Erbarmungslosigkeit und Weisheit der Natur


Der Kuss

Ganz klein zwischen Giganten

Wir waren f├╝r ein paar Tage unterwegs, um Verwandte zu besuchen. Und weil ich gerne das Angenehme mit dem Noch-Angenehmeren verbinde, fuhren wir mit den Radln … ├Âhm, r├Ąusper … den Motorradln.




Satteltaschen
Hecktasche
Tankrucksack
(f├╝r Kram
der griffbereit sein soll)



Das Wetter war ziemlich perfekt, und weil die Route ├╝ber 400 km betr├Ągt, nudelten wir ein paar Abschnitte auf der Autobahn.
Eigentlich mag ich das nicht so sehr – man bewegt sich kaum, die Beinchen m├Âchten schnell einschlafen und ├╝ber allem schwebt: Hoffentlich zieht das jetzt nicht auf meine Spur ÔÇŽ
Aber – die ganze Fahrt verlief wunderbar – die Autobahnmitbenutzer waren dezent unterwegs.
Eine Tour war unter der Woche – da kann man sich schon mal ziemlich klein f├╝hlen: LKWs noch und n├Âcher auf der Bahn.
Die andere Tour war am Wochenende – da f├╝hlt man sich auch manchmal ziemlich klein: LKWs noch und n├Âcher auf den Autobahn-Parkpl├Ątzen.





Und da standen wir dann, mitten drin, machten uns noch kleiner und m├╝mmelten unsere mitgef├╝hrten Brote – w├Ąhrend sich zwei Pl├Ątze weiter ein paar Trucker zusammengefunden hatten und im Windschatten eines der Giganten speisten und plauderten.
Neugierige Blicke – freundliches Grinsen und Gr├╝├čen.
Im F├╝hrerhaus hinter uns werden Vorh├Ąnge zugezogen – Zeit f├╝r ein Schl├Ąfchen.

Kein einfaches Leben – so als LKW-Fahrende. Dicht gepackte Zeitpl├Ąne, Familie wom├Âglich wochenlang nicht gesehen, reich wird man damit auch nicht – und doch – sie sind wichtig – wirklich wirklich wichtig.


Deshalb – hier ein spezieller Gru├č. Ohne die rollenden Giganten w├╝rden wir beim Einkaufen, Heimwerken oder Sonstigem ziemlich bl├Âd aus der W├Ąsche schauen.



Wurzelsucher f├╝r den Urlaubsreader

Urlaub ist ja Lesezeit, und viele Leute packen sich gerne was auf ihren Reader – jede Menge Auswahl auf kleinem Platz.


Und weil die Werke unbekannter Selfpublisher sich nicht einfach so verbreiten wie die Schirmchen vom L├Âwenzahn …


… veranstalte ich hier eine Urlaubsaktion.


F├╝r die n├Ąchsten zwei Wochen (20. Mai bis 03. Juni) ist mein Buchdie Wurzelsucher*hier* mehr zum Inhalt auf allen g├Ąngigen Plattformen f├╝r 0,0 ÔéČ runterladbar.


Ich hab die wichtigsten Plattformen durchgeschaut … es hat bis jetzt bei fast allen funktioniert – nur amazon ist etwas sp├Ąt; aber vielleicht wird das ja noch.