Hey 2022 – ich bin bereit

Der Schmodder vom letzten Jahr ist abgewaschen und weiter geht’s im Neuen Jahr.



Ich werde etwas aufpassen müssen, es liegt noch altes Laub in den Kurvenrändern – doch es gibt Licht am Horizont, Zeichen der Veränderung …

Außerdem: Die Tage werden länger.

Die alten Kalender sind abgenommen und die neuen aufgehängt – Blog-Ordner im Computer für 2021 aufgeräumt und geschlossen, ein neuer für 2022 angelegt, und er ist bereit Fotos und Texte aufzubewahren.

Manos a la obra – wie der Spanier so schön sagt  🤓

Ein gutes Jahr 2022 wünscht euch
Sabine

Rolands Fotochallenge „Sieben“

Mein Manuskript nimmt Form an … also kann ich wieder ein wenig hier mitspielen.
Roland hat einen neuen Begriff ins Netz geworfen:

Sieben

Es ist November. Es regnet und es ist kühl … Da hol ich sie wieder heraus … meine
Siebenmeilenstiefel

Seit über dreißig Jahren tragen sie mich durch den Winter. Ich weiß gar nicht, wie oft die schon beim Schuhmacher waren. Entweder neue Absätze oder gleich die ganze Sohle.
Super bequem sind sie nicht; ich hatte sie nämlich eine Nummer zu groß gekauft, damit meine Füße und dicke Socken reinpassen. Im Laufe der Zeit haben sie sich ausgeleiert und mit ihnen herumlaufen fühlt sich an wie ein Trainingsprogramm für Beinchen.



Hach ich liebe
den Herbst und
meine Siebenmeilenstiefel

… und ich mag die Gedichte von Rilke.


∼ Herbsttag ∼

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke (Paris 1902)

Ribisel – Nachtrag

Ja liebe Leute, das Spinnradl war fleißig am Nachmittag. Sie war in den Johannisbeeren! Die Sonne lugte immer wieder zwischen den Wolken hervor und ließ Dampf aus nassem Grün emporsteigen. Ja – das war wirklich eine sehr schön schweißtreibende Angelegenheit. 
Danach wurde die reiche Ernte abgespült und zwischen den hübsch roten Beeren waren so kleine, harte, blasse Kügelchen:


Putzige kleine Schnecken! Na die trau’n sich was … auf meinen Johannisbeeren!
Kleines Schneckenragout - äh Haiku

An den Beeren
Schnecke schlotzt
gleich kommt sie in den Dampfkochtopf

 🙈

Drei Stück hab ich davon gefunden … und ich hoffe, es waren wirklich alle …
Sie durften dann wieder zurück auf die Wiese; weil – ich weiß ja nicht genau, was nach meiner irdischen Existenz kommt …
Der Himmel? Dantes Inferno? Ich bin ja eigentlich so eine Art restevangelisches Menschlein; aber das muss ja nichts heißen. Es könnte auch sein, dass die Buddhisten oder ähnliches Recht haben und ich komme nochmal auf die Welt. Und weil ich nicht immer brav war, wird mein Geist womöglich in eine Schnecken geschickt (aber bestimmt in eine Hübsche mit Häusle – so schlimm war ich nu auch wieder nicht). Andere Leute dürfen in ihrem nächsten Leben womöglich als Spinne von Zimmerecke zu Zimmerecke krabbeln … obwohl – wenn ich es recht bedenke – Leute erschrecken würde mir auch Spaß bereiten (solange sie nicht Schuhe auf mir ausklopfen)


 

 

Über drei Liter reinen Saft hab ich aus diesen Beerchen gedampftsaft – ei wer hätte das gedacht – welch eine Freude